MeinungMünchner Start-upIn der Raumfahrt gehören Fehlstarts zum Geschäftsmodell

Kommentar von Dieter Sürig

Lesezeit: 3 Min.

Explosion der „Spectrum“-Rakete am Sonntag kurz nach dem Start auf der norwegischen Insel Andøya.
Explosion der „Spectrum“-Rakete am Sonntag kurz nach dem Start auf der norwegischen Insel Andøya. Isar Aerospace, Photo Wingmen Media via AP

Nur 30 Sekunden in der Luft. Der Absturz der Rakete liefert dem deutschen Raketenhersteller Isar Aerospace wertvolle Daten für den nächsten Flug. Wenn Europa in der Raumfahrt vorankommen möchte, gehören solche Rückschläge dazu.

Unbeteiligte Beobachter könnten diesen Raketenstart als völligen Misserfolg werten: Erst musste das Gründerteam von Isar Aerospace eine Woche am Startplatz auf der norwegischen Insel Andøya auf gutes Wetter warten. Dann endete der erste Flug ihrer Kleinrakete Spectrum am vergangenen Sonntag bereits nach rund 30 Sekunden im Meer. Also Millionen Euro versenkt? Erfolg schaut anders aus, und dennoch feiert die europäische Raumfahrtbranche fast überschwänglich den ersten Start einer kommerziellen Orbitalrakete in Westeuropa. So, als ob die Spectrum bereits im Weltraum wäre. War es also ein Erfolg – oder doch eine Pleite?

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