AltersvorsorgeRatingagentur: Rentenreform nötig für AAA-Rating Deutschlands

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) einigten sich im Dezember auf eine kleine Rentenreform. Die große soll demnächst eine Kommission erarbeiten.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) einigten sich im Dezember auf eine kleine Rentenreform. Die große soll demnächst eine Kommission erarbeiten. Kay Nietfeld/Kay Nietfeld/dpa
  • Die Ratingagentur Scope warnt, dass Deutschland ohne große Rentenreform sein AAA-Rating verlieren könnte, da die alternde Gesellschaft das Wachstumspotenzial schwächt.
  • Über 80 Prozent der Befragten einer Civey-Umfrage sprechen sich für eine umfassende Rentenreform aus, obwohl sich Parteien bisher davor scheuen.
  • Die große Koalition garantierte im Dezember das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent und setzte eine Kommission für Reformvorschläge ein.
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Die Ratingagentur Scope mahnt Deutschland zu einer großen Rentenreform, um die Kreditwürdigkeit des Landes auf Topniveau zu halten. Auch viele Bürger sehen das einer Umfrage zufolge ähnlich.

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Was haben die Ratingagentur Scope und die Mehrheit der deutschen Bevölkerung gemeinsam? Beide halten eine große Rentenreform in Deutschland für zwingend notwendig. Scope-Analyst Julian Zimmermann sagte der Agentur Reuters, die Alterung der Gesellschaft sei die größte Gefahr für Deutschlands derzeitiges Top-Rating bei der Kreditwürdigkeit. „Die alternde Bevölkerung drückt auch auf das mittelfristige Wachstumspotenzial“, sagte Zimmermann. Scope schätzt dieses für Deutschland auf 0,7 Prozent, was der schwächste Wert unter den ebenfalls mit der Bestnote AAA bewerteten Ländern Norwegen, Schweden, die Schweiz und Dänemark ist.

Eher überraschende Unterstützung bekommt Zimmermann bei dieser Einschätzung von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der Funke-Mediengruppe zufolge sind über 80 Prozent der Befragten für eine umfassende Rentenreform. Das ist ein erstaunlicher Wert angesichts der Tatsache, dass sich seit Jahren keine Partei an eine solche Reform traut, um ältere Wähler nicht zu vergraulen. Möglich ist allerdings, dass die Umfrage nicht komplett repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ist. Zwar wurden 5000 Menschen befragt, doch die Befragung fand kurz vor Weihnachten ausschließlich online statt. Es ist also denkbar, dass hauptsächlich Beitragszahler und nicht -empfänger daran teilnahmen.

Auch die Politik hatte zuletzt erkennen lassen, dass sie eine Reform für notwendig hält. Im Dezember hatte die große Koalition aus Union und SPD zwar beschlossen, das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent zu garantieren. Gleichzeitig hatte die Regierung jedoch eine Kommission eingesetzt, die im kommenden Jahr Vorschläge für eine große Reform machen soll.

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