Süddeutsche Zeitung

Ratgeber:Gütesiegel

Wer beim Discounter oder im Supermarkt Fisch kaufen will, hat eine breite Auswahl - zugleich gibt es auch viele unterschiedliche Gütesiegel. Hier ein Überblick über die bekanntesten Kennzeichen und die jeweils dahinterstehenden Kriterien.

Da können Verbraucher schon mal den Überblick verlieren: Wer beim Discounter oder im Supermarkt Fisch kaufen will, hat eine große Auswahl. Immer mehr Käufer wollen zudem wissen, woher der Fisch stammt und unter welchen Bedingungen er gefangen wurde. Konsumieren, aber bitte mit gutem Gewissen, lautet die Devise. Eine Art Ratgeberfunktion haben Siegel die darüber Auskunft geben. Hier ein paar der gängigsten:

Als bekanntestes gilt das MSC-Siegel (Marine Stewartship Council), das vor gut zwanzig Jahren von der Umweltorganisation WWF zusammen mit Unilever, einem der größten Lebensmittelkonzerne der Welt, gegründet wurde. Hier gelten diese Kriterien: Bestände dürfen nicht überfischt werden, Artenvielfalt und Ökosysteme müssen erhalten bleiben, Gesetze gilt es einzuhalten.

ASC steht für Aquaculture Stewardship Council. Das Siegel legt Standards für eine verantwortungsvolle Fischzucht und Fischfarmen fest. Auch hier ist der WWF beteiligt zusammen mit der Sustainable Trade Initiative, einer Organisation aus den Niederlanden. Standorte müssen geeignet und die Wasserqualität hoch sein, Betreiber müssen eine geringe Sterblichkeitsrate belegen. Die Herkunft von Fischfutter sollte sich zurückverfolgen lassen. Dies soll sicherstellen, dass es nicht aus überfischten Beständen hergestellt wurde. Der Einsatz von Antibiotika ist beschränkt und wird kontrolliert.

Das FOS-Siegel wird vergeben von der Organisation Friend of the Sea. Hier gilt unter anderem, dass beim Fischen nur acht Prozent Beifang entstehen darf.

Das Naturland-Siegel für Wildfang wird für ausgewählte Projekte vergeben, der Ökoverband Naturland achtet vor allem auf soziale Kriterien, selbständige Fischer, etwa in Tansania, sollen fair bezahlt werden.

Dolphin Safe ist ein Siegel, das vor allem für Thunfisch vergeben wird. Es soll sicherstellen, dass unerwünschter Beifang von Delfinen nicht im Netz landet und dort qualvoll verendet. Wie gefischt wird und ob Bestände insgesamt gefährdet sind, ist dabei nicht wichtig. Nicht erfasst werden von der Regel Haifische oder Schildkröten.

Kritik gibt es an allen Siegeln, und sie fällt sehr unterschiedlich aus. Verbraucher, die es genau wissen wollen, kommen also nicht umhin, die genauen Bedingungen im Internet zu recherchieren.

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Quelle:
SZ vom 15.03.2018 / SZ
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