Der neue Puma-Chef Arthur Hoeld korrigiert die Umsatz- und Gewinnprognosen des fränkischen Sportartikelkonzerns für das laufende Jahr drastisch nach unten. Anstatt eines Gewinns von bis zu 525 Millionen Euro vor Steuern und Zinsen sei ein Verlust zu erwarten, teilte das Unternehmen in Herzogenaurach mit. Der Umsatz werde anders als gedacht nicht um ein bis fünf Prozent zulegen, sondern um mindestens zehn Prozent schrumpfen. Grund dafür sei nicht nur das unerwartet schwache zweite Quartal, auch die sich abzeichnenden Folgen der Zölle in den USA würden sich auswirken. Der ehemalige Adidas-Manager Hoeld hatte sein Amt erst am 1. Juli angetreten.
Im zweiten Quartal sanken die Umsätze demnach währungsbereinigt um zwei Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Vor Zinsen, Steuern und Einmalkosten stand ein Verlust von 13,2 Millionen Euro. Sondereffekte im Zuge des noch von Hoelds Vorgänger aufgelegten Sparprogramms und in Form von Firmenwert-Abschreibungen führten unter dem Strich sogar zu einem Verlust von 247 Millionen Euro. Der neue Vorstandschef kündigte an, den Sparkurs noch zu verschärfen. Die Investitionen sollen um 50 Millionen auf 250 Millionen Euro reduziert werden.
Auch im zweiten Halbjahr sei nicht mit einer Besserung zu rechnen. Damit dürften sich die Lager füllen, was Puma weiter dazu zwinge, Schuhe und Textilien zu reduzierten Preisen zu verkaufen. Dazu kämen die Zölle, die das Unternehmen mit rund 80 Millionen Euro belasten dürften. Für die Sportartikelbranche relevant sind vor allem Zölle, die die USA gegen asiatische Länder wie Vietnam, China und Kambodscha verhängt hat, in denen sie den Großteil ihrer Waren produzieren lässt.
