Prozess um Geldtransportunternehmen Heros-Chef muss zehn Jahre hinter Gitter

Im Prozess um die Veruntreuung von Kundengeldern beim ehemaligen Geldtransportunternehmen Heros ist Firmenchef Karl-Heinz Weis zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Er soll mindestens 270 Millionen Euro veruntreut haben.

Eineinviertel Jahr nach dem Zusammenbruch des Geldtransportunternehmens Heros hat das Landgericht Hildesheim am Mittwoch vier Spitzenmanager des Unternehmen wegen schwerer Untreue und Bankrott zu hohen Haftstrafen verurteilt.

Der frühere Heros Firmenchef Karl-Heinz Weis unterschlug Kundengelder in Millionenhöhe

(Foto: Foto: ddp)

Gegen den Gründer und ehemaligen Inhaber von Heros, Karl-Heinz Weis, verhängte das Gericht eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren. Drei Mitangeklagte, zwei Niederlassungsleiter und ein Prokurist wurden zu Haftstrafen zwischen sechseinhalb und acht Jahren verurteilt.

Die Heros-Manager mussten sich seit November wegen gewerbsmäßiger Untreue und Bankrott vor Gericht verantworten. Die Manager hatten nach Überzeugung des Gerichts über Jahre hinweg mindestens 270 Millionen Euro an Kundengeldern unter anderem namhafter Banken und Supermarktketten unterschlagen. Dabei steckten sie Millionen auch in die eigenen Taschen.

Mit einem Schneeballsystem wurden bereits seit Anfang der 90er Jahre angehäufte Rechnungen und Löcher in der Bilanz mit Kundengeldern gestopft. Mehr als 1000 Firmen sollen so geschädigt worden sein. Als der Betrug im Februar 2006 aufflog, brach die Unternehmensgruppe zusammen.

Der Zusammenbruch von Heros im Februar 2006 hinterließ bei etwa 1.800 Kunden des Unternehmens einen Gesamtschaden von 400 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte für die Heros-Manager Gefängnisstrafen zwischen siebeneinhalb und elf Jahren gefordert.

Die insolvente Heros-Gruppe war im vergangenen Sommer von einem US-Investor übernommen worden und wird unter dem Namen SecurLog weitergeführt. Rund 1000 der vor dem Konkurs etwa 4000 Mitarbeiter wurden dabei nicht übernommen.