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Protest gegen Lego:"Spielt nicht mit der Arktis!"

Zuletzt trug das gelbe Männchen etwa für eine Sonderedition die roten Anzüge der Mechaniker des Ferrari-Formel-1-Teams - und reparierte Autos mit Shell-Logo. Die Zusammenarbeit ist angeblich einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag wert.

Den Umweltaktivisten passt das umso weniger, als Shell nun ab 2015 in der Arktis nach Öl bohren will. Als Reaktion demonstrierten als Lego-Männchen verkleidete Aktivisten vor Shell-Tankstellen, forderten "Spielt nicht mit der Arktis!", fragten "Lego, wie wollt ihr wieder aufbauen, was Shell zerstört?" Vor einem Firmensitz bauten Kinder sogar lebensgroße Arktistiere aus Lego nach.

Eine Million Menschen unterschreiben eine Petition

Der größte Coup gelang den Aktivisten aber mit einem Video, in dem eine Lego-Arktis mit einer Bohrplattform in der Mitte langsam im Öl versinkt. Ein kleiner Lego-Inuit ertrinkt in der klebrigen schwarzen Masse, ein Eisbär ebenso. Übrig bleibt allein die Shell-Flagge. Untermalt ist der kurze Film mit dem Lied zum Lego-Kinofilm: "Everything is awesome". Geklickt wurde der Clip fast sechs Millionen Mal, mehr als eine Million Menschen forderten Lego in einer Petition auf, die Zusammenarbeit zu beenden.

Zunächst wehrte sich der Konzern gegen die Vorwürfe und bat Greenpeace, sich direkt an Shell zu wenden. Doch letztlich gaben die Dänen dem Druck nach: Am Donnerstag verkündete Lego, den noch bis Ende des Jahres laufenden Vertrag nicht zu verlängern. In seinem Statement verurteilte Unternehmenschef Jørgen Vig Knudstorp die Vorgehensweise von Greenpeace, zu der man nichts zu tun haben wolle.

Dabei haben die Aktivisten das Lego-Männchen nur mit seinen eigenen Bildern geschlagen: Kindern, einer heilen Welt und nicht zuletzt einer sauberen Weste. Die ist beim Lego-Männchen übrigens, im Gegensatz zum Scheitel, kein abnehmbares Teil - sondern direkt und dauerhaft auf den Körper gedruckt.

© SZ vom 10.10.2014/fued
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