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Produktplatzierungen:Auch in Deutschland ist Social-Media-Schleichwerbung ein Thema

Jeder zwanzigste Fashionblogger macht mehr als 2000 Euro Umsatz

Für die Blogger ist das Präsentieren von Produkten eine Möglichkeit, von ihrem Hobby leben zu können und von ihrer Reichweite zu profitieren. Nach einer Studie der styleranking Media GmbH, in der 115 Fashionblogger befragt wurden, bekommen Modeblogger im Durchschnitt 155 Euro für einen Social-Media-Post. Wobei die Schwankungen groß sind, je nachdem, wie viele potenzielle Käufer der Post erreichen wird. Immerhin fünf Prozent der in der Studie befragten Blogger geben an, mehr als 2000 Euro im Monat umzusetzen. Und ein Großteil derer, die noch kein Geld mit ihrem Blog verdienen, möchte das in Zukunft ändern.

Vielen Bloggern scheint nicht klar zu sein, dass sie sich mit ungekennzeichneter Werbung strafbar machen. In einer Reportage der ZDF-Sendung Frontal 21 spricht die Fitness-Bloggerin Vanessa Blumenthal freimütig über die Produktplatzierungen in ihren Beiträgen. "Eigentlich ist alles, was ich mache, Schleichwerbung - eigentlich mein ganzes Profil", sagt sie. Vanessa Blumenthal gibt an, kein Geld von Firmen anzunehmen. Aber Geschenke wie Markenschuhe und ein MacBook nimmt sie an.

Kayla Itsines wurde durch Instagram zur Millionärin

Dass man mithilfe des Foto-Tagebuchs Instagram reich werden kann, zeigt der Fall von Kayla Itsines. Die 24-jährige Fitnesstrainerin hatte einen Blog, als sie begann, auch Instagram zu nutzen. Dort lädt sie Vorher-nachher-Fotos ihrer Klientinnen und Trainingstipps hoch. Auf Instagram wurde sie zum Phänomen. Heute hat Kayla Itsines dort mehr als drei Millionen "Follower", die ihre Fotos ansehen, kommentieren und weiterverbreiten.

Für ein Foto in neuen Trainingsshorts bekommt Itsines schon mal 54 000 Likes. In der Bildbeschreibung ist der Onlineshop verlinkt - ein Hinweis auf Sponsoring fehlt. Itsines behauptet, sie würde kein Geld für Produktplatzierungen annehmen. Sie weiß, dass ihre Glaubwürdigkeit auf dem Spiel steht.

Unabhängig von Rechtsproblemen, wird Schleichwerbung in Zukunft wohl vor allem durch die Instagram-Community selbst erschwert werden. Benutzer ärgern sich über plumpe Produktplatzierungen, die nicht als Werbung gekennzeichnet sind, und machen sich in Kommentaren darüber lustig.

Itsines braucht das wenig zu kümmern. Auf Zuverdienste durch Werbung für Sportfirmen über Social-Media-Kanäle ist sie nicht angewiesen. Mit ihrer "Bikini Body Training Company" hat sie allein durch E-Book-Verkäufe schon mehr als 40 Millionen Euro verdient. Die treuen Anhänger und Käufer ihrer Produkten nennen sich "Kayla's Army". Kayla Itsines hat es geschafft: Ihr Name ist selbst zur Marke geworden.