Probleme mit Hybridantrieb:Toyota ruft 100.000 SUVs zurück

Es hört einfach nicht auf: Toyota ruft schon wieder Autos zurück - diesmal sollen 100.000 Lexus und Toyota Highlander in die Werkstatt. Und dann senkt auch noch eine Ratingagentur den Daumen über dem Autohersteller.

Als hätte Toyotas Image noch nicht genug gelitten: Wieder ruft der japanische Konzern Autos in die Werkstätten zurück. Lag es bei den Rückrufaktionen 2009 und 2010 an klemmenden Gaspedalen oder schlechten Bremsen, trifft es diesmal das Ökoaushängschild der konzerneigenen Nobelmarke: Wegen Problemen beim Hybridantrieb sollen mehr als 60.000 Lexus RX 400h überprüft werden. Gleiches gilt für fast 50.000 Toyota Highlander HV.

A Lexus logo on glass reflects a Toyota Motor Corp logo at the 41st Tokyo Motor Show in Chiba, east of Tokyo

Die Problemserie setzt sich fort: Toyota ordert Zehntausende Lexus RX 400h und Toyota Highlander zurück in die Werkstätten.

(Foto: REUTERS)

82.000 Autos sind in den USA betroffen, in Deutschland nur 1667 Autos. Dabei handelt es sich ausschließlich um das Modell Lexus RX 400h aus dem Produktionszeitraum vom 24. September 2004 bis zum 9. August 2006.

Beide Modelle sind SUVs - Sports Utility Vehicle oder Geländelimousinen. Sie werden zurückgerufen, weil Transistoren in ihren Elektro-Benzin-Antrieben mangelhaft verlötet sein können. Dadurch könnten die Antriebe überhitzen, im schlimmsten Fall brenne dann die Sicherung durch und das Hybridsystem schalte sich ab, teilte Toyota mit. Das Fahrzeug rolle dann aus und könne nicht mehr gestartet werden. "Es gibt weltweit keine Berichte über Unfälle im Zusammenhang mit diesem Problem", erklärte das Unternehmen.

Die Überprüfung des Bauteils dauert laut Toyota nur etwa zehn Minuten, eine eventuell nötige Reparatur etwa vier Stunden.

Seit Ende 2009 hat der weltgrößte Autobauer in mehreren Wellen mehr als neun MIllionen Autos zurückgerufen. Zuletzt hatte er im Februar Autos zurückbeordert. Mit Qualitätsmängeln hat das aber angeblich nichts zu tun: Im Gegenteil: Die Kontrolle funktioniere, das Unternehmen erklärt die Häufung mit größerer Akribie bei der Suche nach Fehlern. Ausgangspunkt dafür sei die Debatte um angeblich klemmende Gaspedale in den USA gewesen. "Dieser irrsinnige weltweite Aufruhr rund um dieses Thema hat dazu geführt, dass Toyota da jetzt noch konsequenter vorgeht als früher", sagte ein Unternehmenssprecher in Köln.

Die Toyota-Kunden wüssten dies zu schätzen, sagte er weiter: "Solange man das professionell macht, findet der Kunde das sehr gut und sagt: 'Die kümmern sich.'" Anders sehe es bei Leuten aus, die noch keine Toyota-Kunden seien; die behielten im Kopf, dass da in letzter Zeit das eine oder andere nicht in Ordnung gewesen sei - auch dank der negativen Medienberichterstattung.

Einen weiteren Schlag versetzte die Ratingagentur Moody's Toyota: Sie senkte die Kreditwürdigkeit des Unternehmens um eine Stufe, von bislang Aa2 auf Aa3. Damit gilt sein Kreditrisiko nach wie vor als "sehr niedrig", ist aber nur noch eine Stufe entfernt davon, als "niedrig" - und damit schelchter - eingeschätzt zu werden.

Die Agentur bemängelt aber keine durchgeschmorten Transistoren sondern sieht die Spätfolgen von Erdbeben und Tsunami in Japan als Problem. Es werde noch eine Weile dauern, bis Toyota wieder zu stabilen Gewinnen zurückkehre, begründete die Agentur ihren Schritt. Die Katastrophen im März hatten zu massiven Produktionsausfällen geführt.

© dpa/dapd/Reuters/jab
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