Pro Sieben Sat 1 Fernsehaktie stürzt ab

Heidi Klum präsentiert bei Pro7 die Show "Germany's next Topmodel".

(Foto: Richard Hübner/dpa)

Die Papiere von Pro Sieben Sat1 verlieren deutlich an Wert: Die Geschäfte laufen schlecht, die Dividende wird gekürzt.

Von Caspar Busse

Die Aktien des Fernsehunternehmens Pro Sieben Sat 1 haben am Donnerstag in der Spitze 18 Prozent an Wert verloren. Das Papier kostete zeitweise etwas weniger als 17 Euro und war damit so billig wie seit 2012 nicht mehr. Im Frühjahr 2017 noch notierte die Aktie bei deutlich über 40 Euro, doch seitdem gehen die Kurse vor allem nach unten.

Auch der neue Vorstandsvorsitzende Max Conze, der die Führung erst im Sommer übernommen hatte, konnte den Wertverlust nicht stoppen. Schon sein Vorgänger Thomas Ebeling hatte mit immer neuen schlechten Nachrichten zum Absturz beigetragen. Pro Sieben Sat 1 musste erst im März dieses Jahres nach zwei Jahren seinen Platz im Deutschen Aktienindex räumen.

Am Donnerstag verbreiteten schlechte Zahlen, unsichere Aussichten und eine Kürzung der Dividende die schlechte Stimmung. "Die Kürzung der Dividende und die Prognoseänderung für 2018 sind eine negative Überraschung", schrieb Analyst Christoph Bast vom Bankhaus Lampe. "Wir stoßen jetzt die notwendigen Veränderungen und Investitionen an, um aus Pro Sieben Sat 1 ein absolut digitales, diversifiziertes und schnell wachsendes Unternehmen zu machen", sagte Konzernchef Conze nach einer Strategiesitzung des Vorstands. Künftig wolle man deutlich mehr in deutschsprachige Filme und Serien investieren, die zu einem großen Teil von der eigenen Tochter Red Arrow produziert werden sollen. Die Internetsparte mit den Angeboten wie Verivox, Parship Elite, Jochen Schweizer, Amoreli und Flaconi soll den Umsatz mittelfristig auf zwei Milliarden Euro von zuletzt 800 Millionen Euro steigern. Damit will der Konzern den Umsatz in den kommenden fünf Jahren auf insgesamt sechs Milliarden Euro steigern. Davon sollen 50 Prozent statt bisher 30 Prozent im Digitalgeschäft erlöst werden.

Zum Konzern gehören vor allem Fernsehsender wie Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1, Sixx und andere. Das Werbegeschäft läuft schon seit Längerem nicht mehr so gut, der frühere Vorstandschef Ebeling hatte deshalb massiv in Internetaktivitäten investiert. Für Nachbesserungen am Programm und den Ausbau seiner Internetportale sind nur millionenschwere Belastungen geplant. Das Ergebnis in diesem Jahr könnte mit Abschreibungen von bis zu 400 Millionen Euro belastet werden, hieß es. 2018 soll der Umsatz nun nicht mehr wie geplant steigen, sondern um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz auf etwa vier Milliarden Euro sinken. Deshalb soll auch die Dividende deutlich gekürzt werden: Künftig würden nur noch 50 Prozent statt bisher 80 bis 90 Prozent des Überschusses ausgeschüttet. Zugleich sei ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 250 Millionen Euro über zwölf bis 24 Monate geplant.