Genau 25 Jahre ist es her, da hat Pro Sieben Sat 1 das Internetportal wetter.com mitgegründet. Das Fernsehunternehmen war damals zunächst Medienpartner und hat die Marke durch Fernsehwerbung richtig bekannt gemacht. 2014 dann hat der Konzern die Wetter-Seite 2014 vollständig übernommen und in seine Digitalsparte integriert. Heute ist die Plattform mit Standorten in Konstanz, Berlin und München eigenen Angaben zufolge einer der beiden führenden Anbieter unter den Online-Wetterportalen im deutschsprachigen Raum und europaweit. Unter länderspezifischen Domains wie tiempo.es und weather24.com ist das Portal mittlerweile in 15 Ländern aktiv.
Doch damit soll bei Pro Sieben Sat 1 jetzt Schluss sein. Das Unternehmen, das seit Herbst zu mehr als 75 Prozent zum italienischen Medienunternehmen Media for Europe (MFE, früher Mediasat) gehört, verkauft die Firma. Wetter.com soll an die Funke Mediengruppe gehen, wurde an diesem Montag verkündet. Der Preis belaufe sich auf einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“. Im ersten Quartal des kommenden Jahres soll das Geschäft abgeschlossen werden. Die Belegschaft der Wetter-Plattform soll vom neuen Eigentümer übernommen werden.
Das Geld soll in den Abbau von Schulden gehen
Die Einnahmen will Pro Sieben Sat 1 zur Verbesserung seiner finanziellen Basis und zum Schuldenabbau verwenden. Das Unternehmen, neben RTL der größte Anbieter von Privatfernsehen in Deutschland, hatte zuletzt wirtschaftliche Probleme. Die Werbeeinnahmen gehen zurück, auch die Einschaltquoten schwächeln. Umsatz und Gewinn sinken.
Die Übernahme markiere einen Meilenstein für Funke Digital und gehöre zu den größten Transaktionen der vergangenen Jahre, teilte Funke-Digitalchef Stephan Thurm mit. „Auf unseren Online-Portalen gehören die Infos rund um das Thema Wetter seit Jahren zu den stark nachgefragten Themen – das neue Angebot passt daher perfekt zu unserem Portfolio“, fügte er an. Zu Funke – das Unternehmen ist aus der WAZ-Gruppe in Essen entstanden – gehören eine ganze Reihe von Zeitungen und Magazinen.
MFE gehört der Familie des früheren italienischen und inzwischen verstorbenen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Die Italiener wollen sich wieder auf das Fernsehegeschäft konzentrieren und alle anderen Aktivitäten von Pro Sieben Sat 1 veräußern. Dazu gehören neben wetter.com weitere Internetgeschäfte, unter anderem Billigermietwagen.de oder die Online-Plattform Parship-Meet.

