bedeckt München

Private Krankenversicherung:Corona kann teuer werden

Langzeitfolgen von Covid-19 können beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung eine Rolle spielen, heißt es beim Marktführer Debeka. Dann wird genauer hingeschaut.

Von Ilse Schlingensiepen, Köln

Wer an Corona erkrankt war, muss nach schweren Verläufen oder bei Spätfolgen mit höheren Kosten für eine private Krankenversicherung (PKV) rechnen. "Wenn die Erkrankung ausgeheilt ist, spielt sie keine Rolle", sagte Annabritta Biederbick, Vorständin beim PKV-Marktführer Debeka, bei einer Online-Pressekonferenz. Langzeitfolgen nimmt der Versicherer dagegen genau unter die Lupe. Sie haben dann Einfluss darauf, ob der Interessent einen Vertrag bekommt und ob sie oder er einen Risikozuschlag zahlen muss. Bislang gebe es allerdings noch nicht viele Erfahrungswerte, so Biederbick.

Anders als bei den gesetzlichen Krankenkassen spielen das Alter und der Gesundheitszustand in der PKV eine wichtige Rolle. Vor dem Abschluss gibt es deshalb eine Gesundheitsprüfung. Dort muss der Kunde Fragen zu Vorerkrankungen beantworten. Dazu gehört jetzt auch Covid-19.

Die Debeka Krankenversicherung kann noch nicht genau sagen, was die Pandemie sie 2020 gekostet hat. Für alle Versicherungsleistungen hat sie fünf Milliarden Euro ausgegeben, drei Prozent mehr als 2019. Das liegt im Rahmen der üblichen Steigerungen. Allerdings hat der Versicherer allein 77 Millionen Euro für Corona-bedingte Mehrleistungen gezahlt. Dazu gehören Hygienepauschalen für Arztpraxen und Corona-Tests. "Auf Leistungen für Corona-erkrankte Debeka-Mitglieder entfielen circa 26 Millionen Euro", sagte Biederbick. Andererseits haben viele Versicherte auf andere Behandlungen verzichtet.

Die Debeka ist mit fast 2,5 Millionen Vollversicherten der mit Abstand größte PKV-Anbieter in Deutschland. "Jeder vierte Privatversicherte ist bei der Debeka abgesichert", sagte Vorstandschef Thomas Brahm. Das Koblenzer Unternehmen hat vor allem Kunden und Kundinnen, die Beamte oder im öffentlichen Dienst sind. 80 Prozent der Vollversicherten kommen aus diesem Bereich.

Während in der PKV die Zahl der Vollversicherten seit Jahren sinkt, legt die Debeka kontinuierlich zu - auch im Pandemiejahr 2020. Das Beamten-Segment ist krisenfester als viele andere. So baute die Koblenzer Gesellschaft den Bestand um 34 000 Vollversicherte aus. Das waren zwar weniger als die 41 000 im Jahr 2019. Aber die Branche insgesamt war im Minus, die Zahl der Vollversicherten sank um 0,1 Prozent auf 8,7 Millionen.

© SZ/tö
Zur SZ-Startseite