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Preise - Aachen:Aachener Friedenspreis an Atomwaffengegner verliehen

Aachen (dpa/lnw) - Der Aachener Friedenspreis ist an Atomwaffengegner verliehen worden, die sich in der Eifel für den Abzug der mutmaßlich letzten US-Atombomben in Deutschland einsetzen. Geehrt wurden am Sonntagabend der Initiativkreis gegen Atomwaffen in Büchel und das bundesweite Netzwerk "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt!". Der ebenfalls nominierte Ukrainer Ruslan Kotsaba hatte auf den Preis verzichtet, nachdem ein Video mit antisemitischen Äußerungen von ihm aufgetaucht war.

Der mit insgesamt 4000 Euro dotierte Aachener Friedenspreis würdigt nach Angaben des gleichnamigen Vereins Verdienste um die Verständigung von Menschen und Völkern "von unten her". Namentlich wurden die Preise an Marion Küpker und Elke Koller verliehen. Deren Initiativen kämpfen gegen die mutmaßlich auf der Nato-Basis am Fliegerhorst Büchel in der Südeifel gelagerten US-Atombomben. Eine offizielle Bestätigung für die Waffen gibt es nicht.

Der Aachener Friedenspreis geht in der Regel an einen nationalen und internationalen Preisträger. Neben den Atomwaffengegnern als nationalen Preisträgern war in diesem Jahr der ukrainische Journalist Ruslan Kotsaba als internationaler Preisträger nominiert worden. Kurz nachdem der Verein Kotsabas Würdigung angekündigt hatte, war ein Video mit antisemitischen Äußerungen des Ukrainers aufgetaucht.

Der Journalist hatte sich von den Aussagen distanziert und sich dafür entschuldigt. Er erklärte dennoch, auf den Preis zu verzichten. Er kam damit einer Abstimmung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zuvor, die bereits angesetzt war. Den Preis hatte Kotsaba erhalten sollen, weil er sich für eine friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts engagiert.