Es geht um Briefe und Pakete, die zu spät oder beschädigt ankommen oder beim falschen Adressaten landen: In Deutschland haben sich noch nie so viele Verbraucherinnen und Verbraucher über die Post und ihre Wettbewerber beschwert wie im vergangenen Jahr. Fast 55 400 Beschwerden zu Postdienstleistungen gingen 2025 bei der Bundesnetzagentur ein, 25 Prozent mehr als 2024. In den ersten drei Monaten dieses Jahres ist die Zahl erneut gestiegen: Es gingen mehr als 20 300 Beschwerden ein, allerdings ist das Verfahren inzwischen einfacher als früher. Verbraucher müssen ihre Beschwerde nicht mehr auf der Webseite der Netzagentur schriftlich ausformulieren, sondern können in einer App vorgegebene Antwortmöglichkeiten anklicken.
Rund 90 Prozent der Beschwerden richteten sich gegen die
Deutsche Post, die übrigen entfielen auf ihre Wettbewerber. Die Deutsche Post, Tochter des Logistikriesen DHL, betonte, der Anteil an Beschwerden bei der Netzagentur sei „gemessen an den immensen Sendungsmengen, die wir transportieren, weiter gering“. Auf eine Million transportierter Sendungen kämen etwa vier Beschwerden. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 9,4 Milliarden Briefe und 4,5 Milliarden Pakete verschickt.
Die Zahl der Beschwerden über Brief- und Paketsendungen bei der Bundesnetzagentur ist über die Jahre gestiegen. 2021 waren es 15 000, 2022 schnellte der Wert auf rund 43 000 nach oben. Die Post sprach damals von „lokalen Problemen“ und begründete dies mit einem hohen Covid-Krankenstand und einem angespannten Arbeitsmarkt. Es wurde aber auch Kritik laut, dass die Personaldecke zu dünn sei. Die Post betonte damals, geeignete Maßnahmen ergriffen zu haben, dennoch sanken die Beschwerdezahlen in den Jahren danach nicht wesentlich.
Seit Anfang 2025 hat die Post bei der Beförderung von Briefen mehr Zeit. Musste sie vorher 80 Prozent der heute eingeworfenen Sendungen schon am nächsten Werktag zugestellt haben, so gilt inzwischen: 95 Prozent der Sendungen muss sie am dritten Werktag nach Einlieferung zugestellt haben, am vierten Werktag müssen es 99 Prozent sein.
