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Porsche:Wiedeking zieht positive Bilanz seiner Amtszeit

Porsche wird von der Schuldenlast schier erdrückt - trotzdem blickt Ex-Chef Wiedeking selbstbewusst zurück: Nie hätte er geglaubt, dass er so viel erreichen werde.

Sportwagenbauer Porsche steckt Medienberichten zufolge in viel tieferen Schulden als bislang angenommen - Ex-Chef Wendeling Wiedeking ist mit seiner Bilanz trotzdem zufrieden: Was er letztlich erreicht habe, wäre ihm 1992 "nicht einmal im Traum eingefallen".

Der frühere Porschechef Wendelin Wiedeking

(Foto: Foto: AP)

Ich habe 17 Jahre lang mit vollem Einsatz meine Arbeit gemacht", sagte Wiedeking der Bild am Sonntag. "Natürlich hätte ich mir einen anderen Abgang gewünscht, da bin ich ganz offen."

"Als Buhmann galt ich vielleicht für Widersacher, nie für meine Mitarbeiter. Aber als Legende - bei aller mir eigenen Bescheidenheit - tauge ich wirklich nicht," ergänzte er.

Wiedeking hat noch einen Schreibtisch in der Porsche-Zentrale und soll nach Informationen der Zeitung seinen Nachfolger Michael Macht "bei Bedarf" beraten.

Porsche hatte in den vergangenen Jahren eine Mehrheit von 51 Prozent an Volkswagen zusammengekauft und sich zusätzliche Optionen gesichert, sich mit dem riskant finanzierten Plan am Ende aber selbst in Not gebracht. Nun kehren sich die Machtverhältnisse um: Porsche soll in den VW-Konzern eingegliedert werden. Die Aufsichtsräte von Porsche und VW hatten am Donnerstag den Weg für eine Verschmelzung freigemacht.

Der Porsche-Aufsichtsrat beschloss zudem eine mindestens fünf Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung. Wiedeking wurde zusammen mit Finanzchef Holger Härter vor die Tür gesetzt.

Medienberichten zufolge hat Porsche weitaus mehr Schulden als bislang bekannt. Wie Spiegel und Focus am Samstag vorab berichtet hatten, drückt den Sportwagenbauer eine Schuldenlast von rund 14 Milliarden Euro, bekannt waren bislang 10 Milliarden Euro.

Der Spiegel beruft sich in seiner Vorabmeldung vom Samstag auf Bankenkreise. Demnach müssten noch weitere Anleihen hinzugezählt werden, die das Unternehmen herausgegeben habe. Porsche-Sprecher Anton Hunger bestätigte die neuen Zahlen nicht und verwies auf die 10 Milliarden Euro.

Entschieden wandte er sich gegen Angaben aus dem Focus-Vorabbericht, wonach Porsche in etwa zwei Wochen zahlungsunfähig gewesen wäre, wenn es nicht zu einer Einigung mit Volkswagen gekommen wäre.