Wenn Aktienkurse sehr stark schwanken, dann ist meistens etwas faul. Der Verdacht, dass irgendjemand Insiderinformationen besitzt, liegt nahe. Die VW-Aktie hat in den vergangenen zehn Monaten einen turbulenten Kursverlauf hingelegt. Mal 280 Euro, dann 1000 Euro, nun 140 Euro, bald, so ist zu vermuten, nur noch 80 Euro. Und all das stand im Zusammenhang mit der nun gescheiterten Übernahme durch Porsche.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Ermittlungsverfahren gegen die ehemaligen Porsche-Vorstände Wiedeking und Härter eingeleitet. Der Verdacht lautet auf Marktmanipulation und die unbefugte Weitergabe von Insiderwissen. Es ist ein Anfangsverdacht, ob es je zu einer Anklage kommt, ist offen.
Die Beweisführung in solchen Fällen ist sehr schwierig. Aber die Tatsache, dass der Anfangsverdacht vorliegt, belegt, dass die früheren Porsche-Manager sehr hart am Wind gesegelt sind. Sie haben sich mit Banken zusammengetan, um über Optionen still und heimlich die Mehrheit an Volkswagen zu übernehmen.
Das Problem dabei war, dass die Öffentlichkeit darüber nicht rechtzeitig Bescheid wusste. So kam es an der Börse zu den Preisverzerrungen, die Investoren viel Geld kosteten. Optionen sind zudem sehr komplex. Ihr Wert schwankt viel stärker als der Wert der zugrunde liegenden Aktie.
Bis heute weiß niemand, wie diese Optionsgeschäfte genau gestrickt waren. Einzig die Tatsache, dass ein gesunder Konzern wie Porsche urplötzlich vor der Pleite stand, war ein guter Beleg dafür, dass sich Porsche wohl auch intellektuell übernommen hatte. Es gibt natürliche Grenzen, wie viel Komplexität ein Mensch verarbeiten kann. Porsches Ex-Vorstände hatten sie überschritten.
