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Abgasskandal:Razzia bei Porsche

Porsche-Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen: 2018 gerät der Autobauer im Zuge des Abgasskandals um manipulierte Dieselautos ins Visier der Ermittler.

Mehrere Objekte des Autobauers wurden durchsucht

(Foto: picture alliance / Marijan Murat)
  • Ermittler haben am Mittwoch Geschäftsräume der VW-Tochter Porsche durchsucht und Unterlagen sichergestellt.
  • Hintergrund ist der Skandal um mutmaßlich manipulierte Abgaswerte bei Dieselautos. Es geht um den Verdacht des Betrugs und der strafbaren Werbung.
  • Unter den insgesamt drei Beschuldigten ist nach Angaben der Ermittler auch ein aktives Vorstandsmitglied des Autoherstellers.

Im Skandal um mutmaßlich manipulierte Dieselautos haben Ermittler am Mittwoch mehrere Objekte des Autoherstellers Porsche durchsucht. Das bestätigte das LKA Baden-Württemberg. Die Ermittlungen richten sich gegen drei Mitarbeiter der VW-Tochter. Es geht um den Verdacht des Betruges und der strafbaren Werbung. Unter den Beschuldigten ist laut Staatsanwaltschaft auch ein Vorstandsmitglied sowie ein hochrangiger Manager des Autoherstellers.

Porsche erklärte, die Ermittler hätten Unterlagen gesichtet und sichergestellt. Porsche und Audi würden in vollem Umfang mit den Behörden kooperieren.

An den Durchsuchungen waren 33 Staatsanwälte der Staatsanwaltschaften Stuttgart und München II sowie rund 160 Einsatzkräfte der Landeskriminalämter Baden-Württemberg und Bayern beteiligt. Insgesamt zehn Objekte in Baden-Württemberg und Bayern wurden durchsucht, darunter auch Standorte von Audi. Die Ingolstädter liefern große Sechszylinder-Dieselmotoren an Porsche, unter anderem für die Modelle Cayenne und Panamera. Die Aktionen hätten allerdings nichts mit den Ermittlungen gegen Audi zu tun, betonte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München.

Porsche ist schon der fünfte deutsche Autohersteller, bei dem die Ermittler einrücken

Bei Porsche hatte es zuvor bereits Ermittlungen im Zusammenhang mit der Abgasaffäre bei Volkswagen gegeben. Im Herbst 2016 hatte das Unternehmen einen freiwilligen Rückruf des Modells Macan begonnen, nachdem Zweifel an der Abgasreinigung laut geworden waren. Im Juli 2017 ordnete der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ein Zulassungsverbot für den Porsche-Geländewagen Cayenne mit 3,0-Liter-Dieselmotoren an.

Porsche ist bereits der fünfte deutsche Autohersteller, bei dem es im Zuge der Abgasaffäre zu einer Razzia kommt. Im März durchsuchten rund 100 Ermittler Geschäftsräume von BMW. Auch bei Daimler, Audi und VW gab es bereits Durchsuchungen.

© SZ.de/jps

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