Populäres Pflanzengift:Prüfer übersahen Risiken bei Glyphosat

Umweltverband dringt auf Glyphosat verbot

Kein Pflanzengift wird weltweit so häufig eingesetzt wie Glyphosat, weil es lästiges Unkraut vernichtet und die Reife von Getreide beschleunigt.

(Foto: dpa)
  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat beim populären Pestizid Glyphosat Hinweise auf Krebs in Tierversuchen mit Mäusen nicht erkannt.
  • Die Prüfer verließen sich bei der Analyse von Studien offenbar zu sehr auf Angaben der Industrie.
  • Die EU muss bald entscheiden, ob das Pestizid weiter eingesetzt werden darf.

Analyse von Silvia Liebrich und Andreas Rummel

Es ist ein Kampf, bei dem viel auf dem Spiel steht: Das weltweit meistverkaufte Pflanzengift Glyphosat steht kurz vor der Neuzulassung in der Europäischen Union. Für Hersteller und die Agrarindustrie geht es um ein Milliardengeschäft. Doch bevor es so weit ist, müssen die Risiken des Pflanzengifts neu bewertet werden - ein Gift, das Landwirte weltweit einsetzen, um etwa lästiges Unkraut zu vernichten. Eine maßgebliche Rolle spielt dabei das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), es soll die Verbraucher vor Gesundheitsschäden schützen und prüft die Sicherheit von Glyphosat für die gesamte Europäische Union. Nun aber muss die Behörde in einem bislang geheim gehaltenen Bericht an die europäische Kontrollbehörde EFSA einräumen, dass sie Hinweise auf deutlich erhöhte Krebsraten in einer ganzen Reihe von Tierstudien übersehen hat. Das zeigen Recherchen von MDR und Süddeutscher Zeitung.

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