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Poker um Karstadt:Borletti blitzt ab

Bei der laufenden Rettungsaktion des insolventen Kaufhauskonzerns Karstadt ist wieder ist ein Interessent aus dem Rennen. Der italienische Geschäftsmann Maurizio Borletti kommt wohl nicht zum Zuge. Alle Hoffnungen ruhen nun wieder auf Nicolas Berggruen.

Im Tauziehen um die Rettung des Warenhauskonzerns Karstadt scheint der Investor Nicolas Berggruen erneut als einzig möglicher Retter übrig zu bleiben. Der neue Interessent Maurizio Borletti scheint hingegen endgültig aus dem Rennen zu sein.

Karstadt

Wolken über Karstadt: Die 25.000 Beschäftigten in 120 Warenhäusern müssen weiter um den Erhalt des Kaufhauskonzerns bangen.

(Foto: dpa)

Der Poker um die endgültige Übernahme der Kaufhausgruppe steht damit vor einer erneuten Verlängerung. Die 25.000 Beschäftigten in 120 Warenhäusern müssen weiter bangen.

Berggruen und Vermieter Highstreet benötigen für ihre komplizierte Einigung auf neue Mietbedingungen voraussichtlich mehr Zeit. Den Weg für eine erneute Fristverlängerung hat der Karstadt- Gläubigerausschuss in Essen getroffen.

Die Gläubiger haben demnach einen sogenannten Vorratsbeschluss getroffen. Der Beschluss versetzt die Beteiligten in die Lage, am kommenden Dienstag bei Bedarf eine neue Frist zu erreichen.

Falls Berggruen bis Sonntag 24 Uhr vom Highstreet-Konsortium keine unterschriebenen Verträge mit verbesserten Konditionen bekommt, kann er beim Notar den Kaufvertrag als nicht vollzogen angeben.

Verzweigter Kreis von Gläubigern

Sollte er aber dabei noch gute Chancen auf Erfüllung der Bedingungen sehen und dies dem Insolvenzverwalter mitteilen, könnte dieser beim Insolvenzgericht in Essen eine Fristverlängerung erwirken. Dann könnte Highstreet weiter versuchen, in dem verzweigten Kreis eigner Gläubigern alle notwendigen Unterschriften zusammenzubekommen.

Der neue Karstadt-Interessent Maurizio Borletti hat inzwischen weiter sein Angebot bekräftigt. Er will noch zum Zuge kommen, falls der Berggruen-Vertrag letztlich doch platzt.

Wie die Tageszeitung Die Welt berichtet, hat der Italiener am Donnerstag eine förmliche Finanzierungszusage von 100 Millionen Euro für Karstadt bei Insolvenzverwalter Klaus-Hubert Görg vorgelegt. Die Garantie trage die Unterschrift von Vertretern des Finanzierers Gordon Brothers. Bisher hatte Borletti die Summe lediglich in einem Brief in Aussicht gestellt. Offiziell ist die Bewerberfrist längst abgelaufen.

Borletti forderte offenbar Zugeständnisse

Allerdings dürfte Borletti nicht zum Zuge kommen. Nach einem Bericht des Handelsblattes sollen die Verkaufsverhandlungen nach einem Beschluss der Gläubiger exklusiv mit dem deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen fortgeführt werden.

Parallele Verhandlungen mit Borletti werde es nicht geben, wird ein Sprecher des Karstadt-Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg zitiert. Dem Bericht zufolge hat Borletti anders als angekündigt Zugeständnisse gefordert, die zu Nachverhandlungen führen würden. Bis auf den Vermieter Highstreet hätten sämtliche Gläubigervertreter deshalb weitere Gespräche mit Borletti abgelehnt.

© sueddeutsche.de/dpa/pak/hgn
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