Pokémon Go Wie Restaurants und Cafés an Pokémon Go mitverdienen

Wo die digitalen Monster sind, versammeln sich auch die Spieler. Das können Ladenbetreiber schon jetzt für sich nutzen. Auch McDonald's soll schon Pläne mit Pokémon Go haben.

Von Peter Eßer

Monster ködern - und zahlende Kunden gleich mit: Pokémon Go, das Smartphone-Spiel, das innerhalb weniger Tage mehr Nutzer weltweit auf die Straße lockte, als Twitter regelmäßig in den Kurznachrichtenstream, hat die Betreiber von Cafés, Lokalen und Ladengeschäften aufhorchen lassen. Die Spieler folgen den digitalen Monstern dorthin, wo sie erscheinen. Sind Glumanda, Pikachu und Co. erst einmal da, lassen auch deren Jäger nicht mehr lange auf sich warten. Und wo sie erscheinen, können Geschäftsinhaber durchaus beeinflussen.

So ist es im Spiel bereits jetzt möglich, sogenannte "Pokéstops" mit virtuellen Monsterködern auszurüsten. Pokéstops sind reale Orte, an denen die Spieler, wenn ihr Handy die GPS-Koordinaten erkennt, mit einem Klick auf das Smartphone digitale Spielgegenstände einsammeln können.

Ist dort aber außerdem ein Monsterköder installiert, dann erscheinen in der direkten Umgebung auch besonders viele der begehrten virtuellen Tierchen. Auch die Orte, die in der App als Arena markiert sind, Arenen, sind beliebte Treffpunkte bei Pokémon-Go-Fans. Dort können die Spieler die Insassen ihres Monster-Streichelzoos gegeneinander antreten lassen.

Noch sind die Möglichkeiten, mit Pokémon Kunden zu locken, begrenzt

In Australien und den USA ist das Phänomen noch stärker sichtbar, aber auch in Deutschland bilden sich rund um Orte, an denen die Entwickler strategische Punkte für das Spiel eingerichtet haben, Trauben von Spielern. Befindet sich ein Pokéstop zum Beispiel direkt vor einem Laden oder einer Bar, kann das durchaus gut fürs Geschäft sein. In den USA werben bereits einige Lokale damit, dass sich in Klickreichweite ein Pokéstop oder eine Arena befindet.

Aber noch sind die Möglichkeiten, mit Pokémon Go zahlende Kundschaft in den Laden zu locken, begrenzt. Bald soll es aber möglich sein, gezielt Orte für das Spiel vorzuschlagen - womöglich auch gegen Bezahlung an den Spieleentwickler Niantic und die von Nintendo gegründete Pokémon Company. Bislang haben die Nutzer der App dabei kein Mitspracherecht.

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Schon jetzt können die Laden- und Lokalbetreiber aber mit In-App-Käufen das Verhalten der Monster zu Werbezwecken beeinflussen. Für weniger als einen Euro kann ein Pokéstop 30 Minuten lang mit einem virtuellen Monsterköder ausgerüstet werden. Dann erscheinen in seiner Umgebung häufig neue Pokémon, die von Spielern gefangen werden können. Und im besten Fall dauert es nicht lang, bis sich auch die Spieler um so einen Köder versammeln. Marketing-Strategen eröffnet das ganz neue Möglichkeiten.

Gerüchte sprechen von einer Kooperation mit McDonald's

Der Betreiber eines kleinen Restaurants könnte also schon für wenige Euro spürbar mehr zahlende Kunden in sein Geschäft locken - zumindest, so lange der aktuelle Hype anhält. In Pokémon-Foren beispielsweise bei Reddit berichten einige Nutzer bereits von Rabatt-Aktionen, zum Beispiel wenn jemand im Laden ein Pokémon fängt.

Auf diesem Weg lassen sich auch für die Entwickler von Pokémon Go neue Geldquellen erschließen. Bisher generieren nur besagte In-App-Käufe Einnahmen. Die Firma Niantic, die in Zusammenarbeit mit der Nintendo-Tochter The Pokémon Company den Senkrechtstarter entwickelt hat, kennt sich damit bereits aus. Für Ingress, das Vorgängerspiel von Pokémon Go, gibt es bereits sogenannte sponsored locations: Unternehmen bezahlen Niantic dafür, dass sie im Spiel vorkommen und so potentiell Kunden gewinnen.

Gegenüber der New York Times hat Niantic-Chef John Hanke schon angekündigt, dass solche Deals in Planung seien. Gerüchten zufolge könnte die Fastfood-Kette McDonald's einer der ersten Pokémon-Partner sein: Im Programm-Code der Spiele-App wurden angeblich die Wörter "mcdonalds" und "sponsored" in unmittelbarer Nähe zueinander gefunden.

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