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Pleite des Windenergie-Unternehmens:Prokon-Anleger verlieren mindestens 40 Prozent

Die Anleger des insolventen Windenergie-Unternehmens Prokon könnten bis zu 60 Prozent ihres Kapitals wiedererhalten. Die Pleite trifft auch die Angestellten, ein Drittel verliert den Job.

Die Anleger des insolventen Windenergie-Unternehmens Prokon können damit rechnen, 30 bis 60 Prozent ihres eingesetzten Kapitals zu retten. Genauer lasse sich die Höhe der Insolvenzquote wegen der schwierigen Bewertbarkeit vieler Vermögensgegenstände nicht vorhersagen, sagte der Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin der Nachrichtenagentur dpa. Umgekehrt heißt das: 40 Prozent oder mehr sind futsch.

Etwa 74 000 Anleger haben 1,4 Milliarden Euro in Prokon-Genussrechte investiert. Die Anleger sollen sich Penzlin zufolge bis Mitte Juli gedulden, ihre Ansprüche anzumelden. Dann würden individuelle Formulare versandt. Die Inhaber der Genussrechte werden ebenso behandelt wie andere Gläubiger; die Nachrangigkeit der Forderungen in den Genussrechtsbedingungen wurde vom Amtsgericht Itzehoe aufgehoben.

Penzlin teilte außerdem mit, dass etwa 150 der 450 Arbeitsplätze gestrichen werden. 80 Arbeitnehmer würden das Unternehmen wegen auslaufender Verträge oder eigener Kündigung verlassen; für 70 weitere werde eine Transfergesellschaft vorbereitet. Die Fortführung der Kernbereiche von Prokon sei gesichert. Das gelte für den Betrieb und die Projektierung von Windparks sowie auch weitestgehend für den Stromhandel.

Das Amtsgericht hatte am Vortag das Insolvenzverfahren über Prokon eröffnet, weil das Unternehmen überschuldet und zahlungsunfähig ist. Nach vorläufigen Prüfungen des Insolvenzverwalters hat Prokon im vergangenen Jahr 478 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet.

© Süddeutsche.de/dpa/sana/jst
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