Playmobil Kein Friede in Sicht

Der fränkische Spielzeughersteller will einige Beschäftigte aus dem Betriebsrat ausschließen lassen. Sie sollen Mitarbeiter zu ungenehmigten Hitzepausen aufgerufen haben - der Fall kam vors Gericht.

Von Claudia Henzler, Nürnberg

Ob Dönerverkäufer oder Tüv-Prüfer, es gibt kaum einen Lebensbereich, der sich noch nicht mit den freundlichen Kunststoffmännchen von Playmobil nachstellen lässt. Auf ein Gewerkschaftsfigürchen aber brauchen Sammler wohl nicht zu warten, schon gar nicht auf eine Sonderfigur für die IG-Metall. Denn zwischen dem Playmobil-Hersteller Geobra Brandstätter mit Sitz im fränkischen Zirndorf und der selbstbewussten Gewerkschaft kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Ein vorläufiger Höhepunkt wurde 2014 erreicht, als das Unternehmen die Liste der IG-Metall von der Betriebsratswahl ausschloss, woraufhin das Bundesarbeitsgericht die Wahl aufheben ließ. Seit 2016 stellen Mitglieder der IG-Metall fast ein Drittel der Mitglieder im Betriebsrat.

Beim Gütetermin vor dem Arbeitsgericht konnten sich die Kontrahenten nicht einigen

Acht dieser Betriebsräte will die Firma nun aus dem Gremium ausschließen lassen. Sie wirft ihnen vor, die Mitarbeiter an mehreren Standorten zu ungenehmigten Hitzepausen aufgerufen zu haben. Die Betriebsräte sagen hingegen, sie hätten ihre Kollegen nur über die gültige Arbeitsstättenverordnung informiert, der zufolge Beschäftigten bei Raumtemperaturen von über 35 Grad stündliche Pausen zustehen. Sie hätten aber nicht dazu aufgefordert, eigenmächtig die Arbeit niederzulegen. Beim Gütetermin vor dem Arbeitsgericht in Nürnberg kam es am Montag nicht zu einer Einigung - obwohl beide Konfliktparteien einräumten, dass in den Werkshallen nie mehr als 34 Grad gemessen wurden, der Streit also eher theoretischer Natur ist. Nur die Anwältin des Restbetriebsrats, der offenbar mit dem IG-Metall-Lager zerstritten ist, will allerdings erfahren haben, dass sich einige Mitarbeiter tatsächlich ungenehmigte Hitzepausen gönnten - beweisen könne sie das aber nicht.

Dem Playmobil-Fabrikanten missfällt auch, dass sich die Antragsgegner als "Eure IG-Metall-Betriebsräte" an die Mitarbeiter gewandt und dafür Mail-Adressen genutzt hätten, die ihnen für die Betriebsratsarbeit zur Verfügung gestellt worden seien. Das sei eine nicht zulässige Vermischung von Gewerkschafts- und Betriebsratsarbeit. Das Gericht wird sich dazu vom 24. Januar an eine Meinung bilden.