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Nachhaltigkeit:Rossmann, dm und Globus - gemeinsam gegen Plastikmüll

Drogeriemarkt in Erfurt

Tür auf: Viele Menschen kaufen bei den Handelsketten dm, Rossmann und Globus ein.

(Foto: Martin Schutt/dpa)
  • Mehrere Handelsketten wollen Produkte mit einem Logo kennzeichnen, die zu mindestens 70 Prozent aus Post-Consumer-Rezyklat bestehen.
  • Dabei handelt es sich um Plastik, das vielleicht schon mal in anderer Form - etwa als PET-Flasche - in einem Haushalt stand.

Die Handelsketten dm, Rossmann und Globus starten an diesem Donnerstag eine Informationskampagne, die nach eigenen Angaben die Hälfte aller Haushalte in Deutschland erreichen kann. Denn Millionen Menschen kaufen täglich bei den drei Handelsketten ein.

Ziel der Aktion ist, Wertstoffe besser zu trennen und Abfall zu reduzieren. In den Regalen der insgesamt mehr als 4000 Filialen heben die drei Händler bestimmte Plastikprodukte mithilfe eines Logos hervor. Das Logo, zwei in sich verschlungene Pfeile, blau und rot, und der Slogan "Gemeinsam recyceln. Gemeinsam Werte schaffen", sollen den Kunden die Kaufentscheidung erleichtern.

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Mit dem Logo gekennzeichnet werden den Angaben zufolge Produkte, die "aus mindestens 70 Prozent Post-Consumer-Rezyklat" (PCR) bestehen. Dabei handelt es sich um haushaltsnahes Plastik, meist PET, das schon einmal in den vier Wänden eines Verbrauchers war, beispielsweise Coca-Cola-Flaschen.

Diese können geschreddert, zu Granulat und dann zum Teil zu neuen Plastikflaschen etwa für Reinigungsmittel verarbeitet werden. In dem Fall entsteht ein Kreislauf für PET-Kunststoff. Dieses muss nicht aus Erdöl neu hergestellt werden, was die Umwelt entlastet. Das Logo erhalten bei dm etwa 300 von mehr als 12 000 Produkten.

"Die Regalauszeichnung ist kein Siegel"

Strittig unter den mehr als 30 an der Kampagne teilnehmenden Unternehmen, darunter Konzerne wie Henkel und Procter&Gamble sowie Start-ups wie Share, war vor allem, welche Art von recyceltem Plastik gekennzeichnet werden soll? Ob auch wiederverwertete Industrieabfälle genannt werden dürfen? Oder auch die Frage, ob der genaue Rezyklatanteil oder nur eine Untergrenze angegeben werden soll? Am Ende einigte sich das Forum auf PCR-Plastik. Sebastian Bayer, dm-Geschäftsführer und Sprecher des Sprecher des Rezyklat-Forums der mehr als 30 Unternehmen, ergänzt: "Die Regalauszeichnung ist kein Siegel, sondern als Kennzeichnung Ausdruck unserer gemeinsamen Bemühungen, das Thema Recycling in unserer Gesellschaft weiter zu verankern."

Damit das haushaltsnahe Plastik wieder in den Kreislauf kommt, muss der Verbraucher ihn richtig vom übrigen Müll, vor allem vom Restmüll, trennen. In den Filialen der drei Händler liegen deshalb in den kommenden Wochen auch "Recyclinghelfer" aus: Broschüren, in denen spielerisch mit Wissensfragen und über Beispiellisten erklärt wird, was in den gelben Sack beziehungsweise in die gelbe Tonne gehört und was nicht. Beispielsweise Konservendosen ja, Einwegrasierer nein.

"Jeder Einzelne kann dazu beitragen, die Wertstoffanteile im gelben Sack, in der gelben Tonne zu erhöhen, Wertstoffe sortenrein zu trennen und diese in den Kreislauf zurückzuführen", sagt Rossmann-Geschäftsführer Raoul Roßmann. Im Moment verunreinigt oft ein hoher Anteil an Restmüll die gelben Säcke, was das Recycling erschwert oder unmöglich macht. Die Aufklärungskampagne der drei Händler läuft auch in München, wo es keine gelben Säcke vor den Haustüren gibt, sondern nur vereinzelt Wertstoffinseln in den Stadtvierteln.

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