Pipers Welt:Schulden streichen

Pipers Welt: An dieser Stelle schreibt jeden zweiten Freitag Nikolaus Piper. Illustration: Bernd Schifferdecker

An dieser Stelle schreibt jeden zweiten Freitag Nikolaus Piper. Illustration: Bernd Schifferdecker

Einige Ökonomen fordern, die Europäische Zentralbank solle wegen Corona Staatsanleihen in ihren Büchern vernichten. Das wäre ein gefährliches Großexperiment.

Von Nikolaus Piper

Es sind merkwürdige Zeiten und sie bringen merkwürdige Ideen hervor. Corona hat die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst, die Regierungen Europas und Amerikas mussten sich deswegen in einem Ausmaß verschulden, wie das früher nur im Krieg vorkam. Italien hat jetzt eine Schuldenberg zu bewältigen, der knapp doppelt so groß ist wie sein gesamtes Bruttoinlandsprodukt (BIP). Aber auch in Deutschland wird die Staatsschuld am Ende dieses Jahres von knapp 60 auf 75 Prozent des BIP gestiegen sein. Ein wesentlicher Teil dieser Schulden liegt bei der Europäischen Zentralbank (EZB), die massiv Anleihen gekauft hat, um Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Und jetzt die Idee: Könnte die EZB nicht einfach diese Schulden streichen - und den Staaten so in der Krise helfen?

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