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Pin Group:Die Hälfte aller Jobs verloren

Knapp 6000 von gut 11.000 Arbeitsplätzen sind bereits weg. Für die noch lebensfähigen Pin-Gesellschaften will der Insolvenzverwalter Bruno Kübler noch Investoren finden - die warten aber ab.

Die Krise des privaten Briefzustellers Pin Group spitzt sich weiter zu. Anfang April ist für weitere 21Tochtergesellschaften des Post-Konkurrenten das Insolvenzverfahren eröffnet worden, teilte Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier am Donnerstag in Köln mit. Inzwischen haben knapp 6000 PIN-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz durch die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens verloren.

"Wir hoffen, dass wir noch in diesem Monat ein Ergebnis präsentieren können", hofft Bruno M. Kübler für die 80 noch gesunden Gesellschaften.

(Foto: Foto: dpa)

Damit ist inzwischen bereits jeder zweite der ursprünglich 11.400 Arbeitsplätze der Pin Group der Krise zum Opfer gefallen. Nur gut 1700 Stellen konnten bislang auf Dauer gerettet werden.

Nach Angaben Ringstmeiers wurden von den insgesamt 40 insolventen Pin-Gesellschaften 25 geschlossen. Zehn arbeiteten mit einem neuen Investor weiter, fünf würden derzeit im Insolvenzverfahren geführt. Die Insolvenzverwalter hätten "um jeden Arbeitsplatz und um jeden Investor gekämpft", erklärte Ringstmeier. Potenzielle Interessenten hätten aber "deutlich signalisiert", dass im Markt für Briefzustellungen große Unsicherheit herrsche. Besonders die Diskussion um den Mindestlohn habe bei zahlreichen Investoren den Eindruck geweckt, dass mehr Wettbewerb in der Branche politisch nicht gewollt sei, kritisierte der Anwalt.

Hoffnung auf Verkauf im Gesamtpaket

Für die verbliebenen 80 gesunden Gesellschaften der Pin Group strebt der dafür zuständige Insolvenzverwalter Bruno M. Kübler eine "große Lösung" an. Nach wie vor gebe es Verhandlungen mit drei ernsthaften Kandidaten, die am Kauf der gesamten Gruppe interessiert seien, sagte ein Sprecher. "Wir hoffen, dass wir noch in diesem Monat ein Ergebnis präsentieren können." Die Pin Group gehört neben TNT zu den größten Konkurrenten der Deutschen Post AG. Das Unternehmen war im Dezember vergangenen Jahres in die Schieflage geraten, nachdem der Medienkonzern Axel Springer als größter Anteilseigner den Geldhahn zugedreht hatte.