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Pharmabranche:Allianz für Antibiotika

Weltweit nehmen die Resistenzen gegen Antibiotika bedrohlich zu. Doch seit Jahren vernachlässigt die Pharmaindustrie dieses Forschungsfeld, weil es den großen Konzernen nicht lukrativ genug erscheint. Nun haben mehr als 20 Arzneimittelhersteller eine Allianz gebildet, um neue Antibiotika zu entwickeln. Mehr als eine Milliarde Dollar sollen in einen Fonds fließen zur Finanzierung der Forschung, teilte der weltweite Pharmaverband IFPMA mit. Er werde voraussichtlich im vierten Quartal 2020 einsatzbereit sein. Bis 2030 soll so die Entwicklung von zwei bis vier neuen Antibiotika ermöglicht werden. Die Resistenzen seien auf lange Sicht eine der größten Herausforderungen für die Menschen. Jedes Jahr sterben rund 700 000 Menschen wegen Antibiotikaresistenzen, sagt Thomas Cueni, Generaldirektor des Verbandes. Bis zum Jahr 2050 könnte diese Zahl auf bis zu zehn Millionen Menschen steigen.

© SZ vom 11.07.2020 / Reuters, SZ

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