Pflegeversicherung:10 bis 15 Euro mehr im Monat

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Um 50 Prozent steigen die Beiträge für die Pflegeversicherung, die Beamtinnen und Beamte aufbringen müssen. Begründet wir das mit dem Ausbau der Pflegeleistungen durch den Gesetzgeber und mit den niedrigen Zinsen.

Von Ilse Schlingensiepen, Köln

Beamtinnen und Beamte müssen sich auf deutlich höhere Beiträge für die Pflegeversicherung einstellen. Zum 1. Juli steigen die Prämien im Schnitt um stolze 50 Prozent. Das entspricht nach Angaben des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV) einer monatlichen Zusatzbelastung von 10 bis 15 Euro. Die Versicherer verweisen auf die jüngsten Pflegereformen und die damit verbundenen Kosten sowie die niedrigen Zinsen.

Pflegebedürftige erhalten mehr Leistungen, die Personalausstattung in den Pflegeheimen ist verbessert worden. Zudem haben mehr Menschen Anspruch auf Leistungen, insbesondere Demenzkranke.

Die 1995 eingeführte Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung. Wer gesetzlich versichert ist, gehört in die soziale Pflegeversicherung, Privatversicherte sind in der Pflege-Pflichtversicherung. Der Leistungsumfang ist gleich, gesetzliche Änderungen gelten für beide. Bei den meisten Beamten übernimmt der Dienstherr einen Teil der Ausgaben, meist 50 Prozent. Den Rest müssen die Beamten privat absichern. Während die Privatversicherer ihre Tarife sonst individuell festlegen, kalkuliert ihr Verband in der Pflegeversicherung einen brancheneinheitlichen Tarif. Deshalb trifft die Prämienerhöhung alle gleich.

Auch in der sozialen Pflegeversicherung sind die Beitragssätze seit 2017 wegen höherer Ausgaben gestiegen. Für Privatversicherte kommt aber ein weiterer Effekt hinzu. Sie bilden mit einem Teil der Beiträge sogenannte Alterungsrückstellungen, mit denen die höheren Kosten im Alter abgefedert werden sollen. Sie speisen sich zum Teil aus der Verzinsung der Kapitalanlagen. Ursprünglich lag der dafür veranschlagte Zins bei 3,5 Prozent. Er ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken und geht jetzt weiter von 2,3 Prozent auf 2,0 Prozent zurück. Entsprechend mehr muss vom Beitrag in die Vorsorge fließen, damit es im Alter reicht.

"Hauptgrund für die steigenden Beiträge ist die starke Ausweitung der Leistungen durch mehrere Pflegereformen", betont Verbandsdirektor Florian Reuther. Sie betreffe alle Versicherten. Seiner Ansicht nach sind Beamtinnen und Beamte auch künftig "vergleichsweise günstig versichert". In der privaten Pflegeversicherung gibt es gesetzlich garantierte Höchstbeiträge. Der maximale Beitrag für Beamte beträgt ab 1. Juli 59,02 pro Monat. In der gesetzlichen Pflegeversicherung sind die Beiträge einkommensabhängig. Der Höchstbeitrag beträgt zurzeit 73,77 Euro, für Kinderlose 79,82 Euro.

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