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Pfandflaschen:Auf Einweg soll auch Einweg draufstehen

Einweg-Pfandflaschen

Einweg oder Mehrweg? Viele Verbraucher erkennen den Unterschied auf den Flaschen nicht.

(Foto: dpa)
  • Getränkehersteller und Händler haben sich zu einer deutlicheren Kennzeichnung von Einwegflaschen verpflichtet.
  • Bislang gibt es für die Pfandmodelle viele unterschiedliche Symbole. Die sind für den Verbraucher allerdings schwer auseinanderzuhalten.

Einweg, Mehrweg oder gleich in den Müll? Für viele Verbraucher ist es schwierig, bei Pfandflaschen den Überblick zu behalten. Besonders bei Einwegflaschen, also Flaschen, die zwar mit einem Pfand belegt sind, aber nicht mehrmals verwendet werden, wird es kompliziert. Bis 2014 wollte die Bundesregierung deshalb ein kleines Hinweisschild einführen, das Einwegflaschen besser kennzeichnen sollte. Mit etwas Verzögerung haben das nun 40 deutsche Handelsunternehmen und Getränkehersteller umgesetzt.

Unternehmen wie Gerolsteiner, die Coca-Cola GmbH oder PepsiCo Deutschland sowie die Handelsunternehmen Lidl, Netto, Penny, Aldi und Rewe haben dazu eine "freiwillige Selbstverpflichtung" unterzeichnet. Darin garantieren sie eine bessere Kennzeichnung von Einweg-Pfandflaschen. Insgesamt werde damit eine Marktabdeckung von 84 Prozent erreicht, teilten der Handelsverband HDE und die Verbände der Getränkeindustrie mit.

Die Unternehmen verpflichten sich, auf Einwegflaschen, für die Pfandpflicht besteht, künftig das Wort "Einweg" oder "Einwegpfand" aufzudrucken. Außerdem soll die Höhe des Pfands (25 Cent) auf der Verpackung stehen.

Unterscheidung war eigentlich bereits möglich

In der Theorie können Kunden schon jetzt erkennen, welchem Pfandsystem eine Flasche angehört, und zwar an unterschiedlichen Symbolen: Der Grüne Punkt bedeutet, dass die Verpackung über den Plastikmüll entsorgt werden kann. Einwegflaschen tragen einen verschlungenen Pfeil neben einer Dose und Flasche. Die Mehrwegflasche trägt oft kein Symbol oder eine kleine Kennzeichnung "Mehrweg".

Umweltverbände hatten in den vergangenen Jahren mehrfach die "irreführende Kennzeichnung" von Einweg-Pfandflaschen kritisiert. Die Einführung des Einweg-Pfands im Jahr 2003 hat die Wegwerf-Quote nur leicht reduzieren können.

Dass sich Verbraucher nicht für die ökologisch sinnvollere Mehrwegflasche entscheiden, könnte noch einen anderen Grund haben: Die Rückgabe für Einwegflaschen ist viel bequemer. Supermärkte müssen sie annehmen, unabhängig davon, ob sie dort gekauft wurden oder nicht. Mehrwegflaschen hingegen nimmt nur derjenige Supermarkt, der genau diese Flaschen auch im Sortiment hat.

Die Umweltverbände sind mit der nun angekündigten Selbstverpflichtung nicht zufrieden. Sie hatten die Einführung einer verbindlichen gesetzlichen Regelung für alle Getränkehersteller gefordert.

© SZ.de/dpa/vit/jps

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