Personalie Umbau im Bahn-Vorstand

Ronald Pofalla, 57, steigt bei der Bahn auf.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla soll Anfang Januar neuer Chef des Ressorts Infrastruktur werden, eines der wichtigsten der Deutschen Bahn. Damit steigen auch seine Chancen auf die Nachfolge von Konzernchef Rüdiger Grube.

Von Markus Balser

Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla soll Bahn-Kreisen zufolge zum Infrastruktur-Vorstand aufrücken und verbessert damit seine Chancen auf die Nachfolge von Konzernchef Rüdiger Grube. Das Ressort ist eine der wichtigsten Bahn-Sparten mit 70 000 Mitarbeitern. Vor allem wegen seiner politischen Erfahrung wolle der Aufsichtsrat den bisherigen Chef-Lobbyisten des Unternehmens innerhalb des Vorstands befördern. Im Netzgeschäft seien Kontakte in die Politik von Vorteil, verlautete aus dem Kontrollgremium. Der jetzige Vorstand Volker Kefer war zugleich Stellvertreter von Konzernchef Grube. Kefers Vertrag läuft aus. Mit dem zentralen Ressort Infrastruktur erhält Pofalla erstmals operative Verantwortung für das Bahn-Geschäft. Seine Aufgaben als Cheflobbyist soll Pofalla zugleich behalten.

Der Aufsichtsrat will sich in seiner Sitzung am kommenden Mittwoch nach Informationen der Süddeutschen Zeitung auch mit weiteren Personalien beschäftigen. Die Vertragsverlängerung von Konzernchef Rüdiger Grube plane man für Anfang 2017, hieß es. Bereits beschließen wollen die Aufsichtsräte eine Verlängerung für Personalvorstand Ulrich Weber. Er soll bis Ende 2018 im Amt bleiben. Weber ist unter anderem für die laufenden Tarifverhandlungen zuständig. Die Bahn äußerte sich zu den Personalien nicht. Von der SPD kommt harte Kritik. "Ich bin nicht überzeugt, dass das eine sinnvolle Entscheidung ist", sagt Fraktionsvize Sören Bartol. "Mir fehlt die Fantasie, woher Herr Pofalla die für das operative Geschäft notwendigen Erfahrungen hat. Ich hoffe, dass der Ausbau des Schienennetzes weiterhin gut gemanagt wird und nicht ins Stocken gerät.