Persönlichkeitstests:Welcher Typ bist du?

Lesezeit: 1 min

Warum Persönlichkeitstests beliebt sind, oft aber auch unzuverlässig.

Von Kathrin Werner

Myers-Briggs, Workplace Personality Inventory, Team Dimensions Profile, Golden Personality Profiler und so weiter - es gibt bereits diverse Persönlichkeitstests, die einige Personalabteilungen einsetzen, um Mitarbeiter und angehende Mitarbeiter einzustufen. Principles You des Hedgefonds-Gründers Ray Dalio ist eine Mischung aus mehreren dieser Tests.

Manch einer mag es spaßig finden, sich selbst zu testen - so wie es lustig sein kann, Horoskope zu lesen und auf Websites wie Buzzfeed herauszufinden, welche Disney-Prinzessin oder welcher Sextyp man ist. Doch ähnlich wie die lustigen Internet-Selbsttests haben auch viele der Persönlichkeitstests keine belastbare wissenschaftliche Basis. Den in den USA und in England sehr beliebten Myers-Briggs-Indikator gibt es seit fast 80 Jahren, dass er zuverlässig funktioniert, ist aber nicht belegt. Ganz im Gegenteil: Wer den Test mehrmals macht, bekommt oft unterschiedliche Ergebnisse. Das Gleiche gilt für die hierzulande verbreiteten DISG-Modelle. Die Abkürzung steht für die vier Grundtypen Dominanz, Initiative, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit. Auch der oft gebrauchte Test "Golden Profiler of Personality", eine Weiterentwicklung des Myers-Briggs-Typenindikators, beruht vorwiegend auf Mutmaßungen des Psychoanalytikers Carl Gustav Jung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. "Bei Typentests versucht man, die Menschen in Schubladen zu stecken: Es gibt den Introvertierten, die Denkerin, den Intuitiven", sagte Martin Kersting, Professor für Psychologische Diagnostik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. "Das ist natürlich total sexy, deshalb machen das alle. Nur stimmt das Testergebnis häufig nicht, weil der Mensch komplexer ist."

Ein Problem der Persönlichkeitstests ist auch, dass viele Menschen sie nicht besonders ehrlich ausfüllen. Sie beantworten die Fragen so, dass das Ergebnis dem entspricht, wie sie gern wären und gern gesehen würden - oder wie sie glauben, dass sie sein sollten, um die Stelle zu bekommen. Wer einen Job möchte, für den man sehr ordentlich sein muss, wird nicht anklicken, dass er Perfektionismus für überbewertet hält. Die Fragen sind meist sehr durchschaubar. Doch diese leichte Manipulation kann auch positive Seiten haben - schließlich ist es auch wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, was der andere hören will.

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