Ehemaliger Finanzminister:Steinbrück: Bankenrettung mitschuld an Krise der Volksparteien

Peer Steinbrück 2018 in Berlin

Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück

(Foto: dpa)
  • Die deutschen Steuerzahler verloren bei der Bankenrettung 60 Milliarden Euro. Steinbrück sieht darin auch einen Grund für die Krise der Volksparteien.
  • Die Finanzkrise sei auch noch nicht vorbei, sie würde nur "besser bewacht".
  • Steinbrück empfiehlt der SPD einen Wechsel an der Parteispitze: Sie brauche eine Person wie Bernie Sanders.

Von Cerstin Gammelin, Berlin

Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) macht die globale Finanzkrise der Jahre 2008, 2009 mitverantwortlich für den gravierenden Vertrauensverlust der Volksparteien. "Ich glaube, dass die Finanzkrise am Anfang einer Entwicklung steht, in der Vertrauen in die politische Handlungsfähigkeit und einen regelgebundenen Kapitalismus verloren gegangen ist. Das ist maßgeblich zu Lasten der großen Parteien gegangen", sagte er der Süddeutschen Zeitung am Dienstag. "Bis heute haben weite Teile der Bevölkerung das Gefühl, dass nicht diejenigen, die sich verzockt haben, haften mussten, sondern sie als Steuerzahler." Die große Koalition aus Union und SPD musste damals einheimische Banken retten, die mit den Einlagen der Bürger gewettet und verloren hatten. Die deutschen Steuerzahler verloren bei der Bankenrettung bislang 60 Milliarden Euro. Es habe sich gezeigt, dass Regierungen erpressbar seien, sagte Steinbrück. "Sie mussten diejenigen über Wasser halten, die erkennbar ursächlich gewesen sind für diese Krise."

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