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Pariser Luxuskonzern:Noch mehr Schmuck

Tiffany & Co. Flagship Store Ahead Of Earnings

Tiffany in New York: Das Geschäft an der 5th Avenue eröffnete 1940. Die Juwelierkette könnte bald dem Pariser Konzern LVMH gehören.

(Foto: Victor J. Blue/Bloomberg)

Nach einer ersten Offerte erhöht LVMH sein Angebot zur Übernahme des US-Juweliers Tiffany.

Glanz, Luxus, hochpreisiger Konsum, das ist das Geschäft von LVMH, anders als der nüchterne Konzernname vermuten lässt. Moët Hennessy - Louis Vuitton SE steckt hinter der Abkürzung und außer den namensgebenden Firmen zählen zu dem Konzern 75 Marken, darunter Edeldesigner wie Christian Dior, Fendi, Givenchy oder der Uhrenhersteller Tag Heuer. Und LVMH wächst, will wachsen.

Vor kurzem entschied sich der Pariser Luxuskonzern die Zusammenarbeit mit der Sängerin Rihanna auszuweiten, die Marke Fenty soll zu einem extravaganten Modehaus avancieren, diverser soll es zugehen, experimenteller. Doch auch nach Klassikern greift LVMH. Ende Oktober teilte das Unternehmen mit, den berühmten US-amerikanischen Schmuckhersteller Tiffany kaufen zu wollen, Tiffany bestätigte Verhandlungen.

Nun hat LVMH dieses Interesse noch einmal bekräftigt und sein Angebot laut der Nachrichtenagentur Bloomberg offenbar erhöht - auf 130 Dollar je Aktie. Im Oktober wollte das französische Unternehmen 120 Dollar je Aktie für die Übernahme zahlen, insgesamt bis zu 14,5 Milliarden Dollar. Zu dem Zeitpunkt war das Wertpapier an der Börse mit 98,55 Dollar bewertet worden. Tiffany bestätigte im Oktober erste Verhandlungen, wollte sich aber noch nicht festlegen. Analysten vermuteten bereits damals, dass Tiffany das Angebot als zu niedrig ablehnen würde. Nach Bekanntwerden der ersten Übernahmeabsicht legte die Aktie des Edeljuweliers noch am selben Tag um fast 30 Prozent zu. Tiffany ist an der Börse rund zwölf Milliarden Dollar (10,8 Milliarden Euro) wert. Das neuerliche Angebot von LVMH ließ auch am Donnerstag den Kurs von Tiffany an der New Yorker Börse zunächst um 2,6 Prozent auf 126,55 Dollar je Aktie steigen.

Auch jetzt seien wieder Gespräche aufgenommen worden, hieß es, eine endgültige Entscheidung gebe es aber noch nicht und die Verhandlungen könnten nach wie vor scheitern. Einen fairen Wert für die Übernahme des vor 182 Jahren gegründeten Juweliers bezifferte ein Analyst im Manager Magazin mit mindestens 160 Dollar je Aktie.

Für den französischen Konzern LVMH wäre es die bisher größte Übernahme. Zuletzt hatte das Unternehmen 2017 verbliebene Anteile der Designermarke Christan Dior für sieben Milliarden Dollar gekauft. Nun will Konzernchef Bernard Arnault offenbar das Schmucksegment ausbauen und den Schweizer Cartier-Eigentümer Richemont herausfordern. LVMH beschäftigt rund 14 000 Mitarbeiter und ist an der Börse rund 200 Milliarden Euro wert - mehr als VW, Daimler und BMW zusammen. Der Kurs fiel am Donnerstagnachmittag an der Pariser Börse um ein Prozent auf 394,40 Euro je Aktie.