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Studie:Jeder Deutsche bekommt durchschnittlich 44 Pakete im Jahr

Nichts verpassen: Mit Paketboten Abstellort vereinbaren

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland mit 44 Paketen pro Person und Jahr etwa gleichauf mit China und den USA.

(Foto: dpa-tmn)

Damit liegt Deutschland etwa gleichauf mit China und den USA. Für die kommenden Wochen erwarten die Paketdienste jedoch weitere Rekorde.

Von Benedikt Müller-Arnold, Köln

Statistisch gesehen vergeht kaum eine Woche, in der ein durchschnittlicher Deutscher nicht wenigstens ein Paket bekommt: 3,65 Milliarden Warensendungen haben Privatleute und Firmen hierzulande im vorigen Jahr empfangen. Und alles deutet darauf hin, dass die Branche um DHL und Hermes diesen Rekord 2020 gleich wieder übertreffen wird. Das geht aus einer Studie hervor, die der Postdienstleister Pitney Bowes an diesem Dienstag veröffentlichen wird. Rechnet man die schiere Menge auf alle Einwohner herunter, ergibt sich ein Durchschnitt von 44 Paketen pro Person und Jahr.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit etwa gleichauf mit China und den USA. Nur in Großbritannien kamen mit 57 Sendungen pro Kopf noch mehr Pakete an; Weltmeister ist Japan mit 72. Die Studie basiert auf Unternehmensangaben und Marktanalysen. Sie untersucht die 13 größten Paketmärkte weltweit; dort leben zusammengerechnet 3,7 Milliarden Menschen.

In diesem Krisenjahr werden Paketmärkte überdurchschnittlich stark wachsen, prognostiziert Pitney Bowes. Denn während der bislang akutesten Phase der Corona-Pandemie mussten viele Geschäfte wochenlang schließen; auch seither dürfen Kunden nur mit Masken und Abstand einkaufen gehen. In der Folge bestellen Privatleute deutlich mehr Warensendungen nach Hause. Mit dem Weihnachtsgeschäft und Aktionstagen wie dem sogenannten Black Friday liegen die erfahrungsgemäß stärksten Wochen noch vor der Branche.

Wie sehr die Paketlogistik vom Umbruch im Handel profitiert, zeigt das Beispiel der Deutschen Post. Die Sendungsmengen seien auch im September "auf einem hohen Niveau" gewesen, teilte der Konzern kürzlich mit, das Geschäft mit Online-Händlern wachse "dynamisch". Für das vergangene Quartal meldet die Post laut vorläufigen Zahlen einen 45 Prozent höheren Gewinn vor Zinsen und Steuern als im Vorjahreszeitraum. "Wir konzentrieren uns jetzt voll und ganz auf die Vorbereitungen für ein außergewöhnlich starkes Weihnachtsgeschäft", sagte Vorstandschef Frank Appel. An der Börse ist sein Konzern mittlerweile deutlich mehr wert als vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

Der Boom der Paketlogistik hat in den vergangenen Jahren zwar Zehntausende Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen. Allerdings sind die Arbeitsbedingungen in der Branche vielerorts schlecht.

Pitney Bowes zählt für 2019 insgesamt 103 Milliarden Pakete in den untersuchten Staaten: ein neuer Rekord, nach 87 Milliarden im Vorjahr. Das Unternehmen korrigiert nun seine Prognosen nach oben: Es sei wahrscheinlich, dass sich die Sendungsmengen bis 2026 abermals verdoppeln werden. Die Autoren schließen aber auch nicht aus, dass die Zahl "bei ungetrübter Entwicklung" auf bis zu 316 Milliarden steigen könnte.

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