Paradise Papers Bono begrüßt Steuerprüfung seines Litauen-Investments

Bono, Sänger der Rockband U2.

(Foto: Illustration: Bene Rohlmann)

"Ich nehme diese Sachen sehr ernst", sagt der U2-Sänger über die Berichte aus den Paradise Papers.

Von Martin Pfaffenzeller

Der U2-Sänger Bono fordert Konsequenzen aus den Paradise Papers, deren Berichterstattung auch ihn selbst betrifft. Bono taucht in den Dokumenten mit seinem bürgerlichen Namen Paul David Hewson auf, als Miteigentümer einer Briefkastenfirma auf der Ärmelkanal-Insel Guernsey. Diese Firma wiederum besitzt ein Einkaufszentrum in der litauischen Kleinstadt Utena.

"Es sollte öffentliche Register geben, damit Presse und Öffentlichkeit nachvollziehen können, was Regierungen wie die auf Guernsey schon wissen", sagt der Sänger nun der BBC.

Litauische Steuerbehörden haben Untersuchungen zu dem Einkaufszentrum eingeleitet. Die Shoppingmall hatte in den vergangenen zehn Jahren keine Steuern auf ihren Gewinn gezahlt. Der Trick funktionierte mithilfe von Abschreibungen. Die litauische Steuerexpertin Rūta Bilkštytė bezeichnete die Methode als einen "groben Verstoß gegen das Steuergesetz". Bonos Management wies diese Informationen in einer ersten Reaktion als "kategorisch falsch" zurück.

Nun gibt sich der Sänger geläutert. "Ich wäre höchst beunruhigt, wenn in meinem Namen etwas gemacht wurde, was nicht vorbildlich gewesen wäre." Bono betont, nur ein "passiver Minderheitseigentümer" zu sein. Die Manager der Firma hätten ihm zugesichert, dass das Unternehmen sich an alle Steuergesetze halte. Er begrüße die Überprüfung durch die Finanzbehörden. "Ich nehme diese Sachen sehr ernst." Bono sagte weiter, er habe sich immer öffentlich dafür starkgemacht, dass Briefkastenfirmen transparenter werden. Daher habe er nicht auf Trusts gesetzt.

Er "begrüße diese Berichterstattung", sagte er über die Paradise Papers. Die litauische Steuerbehörde teilte mit, dass sie sich während der laufenden Untersuchungen nicht äußern werde.

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