Der Absturz der Aktienkurse am Montag kannte wenig Gewinner. Einer davon ist Armin Papperger. Der 62-Jährige ist Vorstandschef des Düsseldorfer Rüstungskonzerns Rheinmetall. Am Montag rauschte die Notierung des Dax-Mitglieds zeitweise um 25 Prozent nach unten. Papperger sah dies offenbar als günstige Gelegenheit an und kaufte in zwei Tranchen Aktien seines Unternehmens.
Einer Pflichtmitteilung von Rheinmetall zufolge orderte er für 308 850 Euro Aktien, als diese 1065 Euro kosteten. Als der Kurs auf 1058 Euro gesunken war, kaufte er für 402 156 Euro. Insgesamt investierte er also 711 000 Euro und erhielt dafür etwa 670 Rheinmetall-Anteilsscheine. Doch nach dem Absturz stiegen viele Aktienkurse wieder, so auch der des Rüstungsherstellers.
Am Dienstagmittag kostete die Aktie wieder 1320 Euro: ein Viertel mehr, als Papperger am Montag zahlen musste. Er hat damit rein rechnerisch binnen eines Tages gut 170 000 Euro verdient mit seinem Investment von 711 000 Euro. Das Vertrauen ins eigene Unternehmen war sehr lukrativ.
Ohnehin ist das Papier von Rheinmetall zuletzt eine exzellente Anlage gewesen. Vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs vor drei Jahren notierte die Aktie bei knapp unter 100 Euro, inzwischen ist sie mehr als das 13-Fache wert. Der Konzern und seine 31 000 Beschäftigten produzieren unter anderem Panzer, Militärlastwagen, Flugabwehrsysteme, Munition und Laserzielgeräte. Rheinmetall ist größter Munitionslieferant der Ukraine und profitiert auch davon, dass nun viele westliche Regierungen ihre Armeen aufrüsten.
Papperger hat seine komplette Berufslaufbahn bei Rheinmetall verbracht, er fing dort 1990 nach dem Ingenieurs-Studium an. Seit 2013 ist er Vorstandsvorsitzender. Und er hat immer gerne Aktien seines Unternehmens gekauft; daneben erhielt er Anteilsscheine als Teil des Vergütungspakets. Das dürfte ihm inzwischen dreistellige Millionengewinne eingebracht haben.
Die Rheinmetall-Mitteilung zu Pappergers Käufen am Montag war auch Thema auf der Internet-Plattform Reddit, auf der sich Kleininvestoren austauschen. In Beiträgen dort wurden die Geschäfte als ermutigendes Signal gefeiert. Und Papperger wurde für sein gutes Timing gelobt, weil er den zwischenzeitlichen Kurssturz so clever ausgenutzt habe. Wer es ihm am Montag nachgemacht hat, hat jetzt ebenfalls ordentliche Kursgewinne eingestrichen.

