Pannenflughafen BER Mehdorn will Eröffnungstermin im Sommer festlegen

"Wir werden das scheibchenweise machen": Geht es nach Flughafenchef Hartmut Mehdorn wird es den einen Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen BER nicht geben. Wann es losgehen wird, will er im Juli oder August verraten.

In den vergangenen Jahren hat er sich bereits mehrfach verschoben - nun soll es ab Juli oder August endlich Klarheit über den Eröffnungstermin für den neuen Hauptstadtflughafen BER geben. Das habe Flughafenchef Hartmut Mehdorn der Arbeitsgruppe "Soko BER" mitgeteilt, heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium. Dann sei auch eine belastbare Kostenprognose möglich.

Mehdorn habe außerdem angekündigt, die nördliche Start- und Landebahn nicht vorzeitig sanieren zu wollen, so das Ministerium. Die Arbeiten seien nun wie ursprünglich geplant für 2016/2017 vorgesehen, heißt es im Protokoll der Sitzung vom 18. April. Die Piste dient derzeit noch dem alten Schönfelder Flughafen und ist deshalb sanierungsbedürftig.

Damit bestätigte das Ministerium Medienberichte vom Wochenende. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hatte außerdem berichtet, dass die Eröffnung stufenweise erfolgen soll. Mehdorn sagte in einem Interview, es gebe keinen Grund dafür, dass alle auf einmal umziehen. "Wir werden das also scheibchenweise machen."

Schon vor drei Wochen hatte Mehdorn angedeutet, man könne den neuen Flughafen nach und nach in Betrieb nehmen. Damals hatte er allerdings auch betont, es gebe keinen Beschluss über eine solche Vorgehensweise. Wie das Magazin Focus unter Berufung auf Flughafenexperten berichtet, könnte der Airport bei einer Teilinbetriebnahme bereits im Jahr 2014 eröffnet werden.

Die Debatte über einen zeitweisen Weiterbetrieb des Flughafens Tegel reißt ebenfalls nicht ab. In der Arbeitsgruppensitzung machte sich Mehdorn erneut für eine längere Übergangsfrist stark. Laut Protokoll regte er an, den ursprünglichen Beschluss zu überdenken, wonach Tegel spätestens sechs Monate nach der BER-Eröffnung geschlossen wird. Schon mehrfach hatte Mehdorn für einen derartigen Parallelbetrieb von Tegel und dem neuen Airport in Schönefeld geworben. Alle drei BER-Gesellschafter - Berlin, Brandenburg und der Bund - haben diesen Vorschlag aber wiederholt abgelehnt.