Rohstoffe:Mehr sauberes Palmöl

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FILE PHOTO: A Sime Darby Plantation worker shows palm oil fruits at a plantation in Pulau Carey

Begehrt und umstritten: Aus diesen Früchten wird Palmöl hergestellt. Der Rohstoff steckt in Schokolade, Diesel, Kosmetika und vielen anderen Produkten.

(Foto: Lim Huey Teng/Reuters)

Pflanzenfett ist vielfältig verwendbar. Besonders gefragt ist Palmöl, das zugleich auch umstritten ist. Eine Studie zeigt nun, dass deutsche Firmen inzwischen 83 Prozent der Ware aus zertifiziertem Anbau beziehen.

Von Silvia Liebrich

Egal ob Pizza, Schokolade, Gesichtscreme oder Diesel - Palmöl ist ein wichtiger Rohstoffe in vielen Bereichen der Wirtschaft. Kein anderes Fett ist zugleich so umstritten. Palmöl steht in Zusammenhang mit der teils illegalen Abholzung von Regenwäldern in Südostasien, Verstößen gegen Menschenrechte und Umweltgesetze. Deshalb spielt der nachhaltige Anbau eine immer größere Rolle, vor allem für die deutsche Wirtschaft. Eine neue Studie der Brancheninitiative Fonap zeigt, dass der Anteil von Palmöl aus nachhaltigem Anbau in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist.

Demnach lag der Verbrauch von Palmöl in Deutschland 2019 bei insgesamt 1,26 Millionen Tonnen, 83 Prozent davon waren zertifiziert. Gegenüber dem Jahr 2013 bedeutet dies den Angaben zufolge eine Steigerung um 13 Prozent. "Das bekräftigt unser ehrgeiziges Ziel, den deutschen Markt langfristig in Richtung 100 Prozent nachhaltig zertifiziertem Palmöl zu transformieren", sagte die Fonap-Vorsitzende Almut Feller am Mittwoch. Das Forum Nachhaltiges Palmöl, kurz Fonap, ist ein Zusammenschluss von gut 50 Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Verbänden und Bundesministerien.

Palmöl ist auch deshalb so gefragt, weil es relativ günstig ist und im Vergleich zu anderen Ölpflanzen den größten Ertrag je Hektar Land liefert. Zum Vergleich: Ölpalmen sind dreimal so ertragreich wie Raps und auch deutlich ertragreicher als Soja.

Der größte Abnehmer in Deutschland ist laut Studie der Energiesektor. 2019 wurde mehr als die Hälfte der jährlichen Einfuhrmenge, knapp 730 000 Tonnen schlicht verbrannt, als Zusatz in Diesel-Treibstoff oder zur Strom- und Wärmeerzeugung. Als zweitgrößter Abnehmer gilt die Lebensmittelindustrie mit knapp 250 000 Tonnen vor dem Sektor Futtermittel (150 200 Tonnen). Der Rest verteilt sich auf die Bereiche Chemie, Pharmazie, Reinigungsmittel und Kosmetik.

Deutschland sei mit dem hohen Anteil an zertifiziertem Palmöl vielen anderen Länder voraus, sagte Eva Müller, die im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft die Abteilung für Nachhaltigkeit und nachwachsende Rohstoffe leitet. Das Ziel Deutschlands, nur noch zertifiziertes Palmöl zu importieren, sei damit aber noch nicht erreicht, betonte sie. Die Regierung setzt dabei auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie.

Vor allem in der Energiebranche und der Lebensmittelindustrie wird inzwischen Wert auf nachhaltiges Palmöl gelegt, hier stammten 100 beziehungsweise 90 Prozent des eingesetzten Rohstoffs aus zertifiziertem Anbau. Deutlich niedriger lag der Anteil bei Reinigungsmittel und Kosmetik (63 Prozent) sowie in der Chemie- und Pharmaindustrie (36 Prozent). Schlusslicht war der Bereich Futtermittel mit einem Anteil von nur 25 Prozent.

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