An mehr und mehr Orten sind die elektrischen Brief- und Pakettransporter unterwegs, dennoch musste der Aachener Hersteller Streetscooter zwei Jahre lang um seine Zukunft bangen. Nun hat die Deutsche Post doch noch einen Käufer für ihre defizitäre Auto-Tochter gefunden: Die Automobil-Holding Odin aus Luxemburg hat die Produktionsrechte von Streetscooter übernommen. Das haben die Unternehmen nun mitgeteilt.
An der Spitze von Odin steht der Manager Stefan Krause, der bis 2015 Finanzvorstand der Deutschen Bank war und zuvor in gleicher Funktion für BMW gearbeitet hatte. Wie viel Geld Odin für die Rechte am Streetscooter zahlt, will die Post nicht verraten; zusätzlich zum Kaufpreis erhalte der Konzern aber eine Zehn-Prozent-Beteiligung an Krauses Holding.
Das Elektroauto-Start-up Streetscooter war 2010 im Umfeld der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen entstanden und sattelte - nach einer entsprechenden Interessensbekundung der Post - flugs auf batteriebetriebene Brief- und Pakettransporter um. 2014 übernahm der Konzern die junge Firma, die mittlerweile gut 17 000 Fahrzeuge an die Post geliefert hat. Weitere 5000 Transporter hat Streetscooter an andere Flottenbetreiber verkauft. Nichtsdestotrotz kündigte die Post Anfang 2020 an, die Tochter aufzugeben, weil sie dauerhaft kein Autohersteller sein will.
Während die Produktionsrechte nun an Odin gehen, will die Post die eigentliche Streetscooter GmbH behalten. Deren 300 Beschäftigte sollen die eigene E-Flotte des Konzerns warten. Zudem will die Post mindestens 3500 weitere Streetscooter kaufen.