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Automobilindustrie:Opel streicht 2100 Stellen

Fließband-Produktion bei Opel

Überkapazitäten gebe es bei Opel etwa im Werkzeug- und Prototypenbau.

(Foto: dpa/Martin Schutt)

Der Autobauer kämpft erneut mit Überkapazitäten. Im Gegenzug wird der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen verlängert - doch weitere Stellenstreichungen sind nicht ausgeschlossen.

Der Autobauer Opel plant einen weiteren Stellenabbau an seinen deutschen Standorten. Insgesamt sollen 2100 Jobs wegfallen. Überkapazitäten gebe es vor allem im Werkzeug- und Prototypenbau. Der Jobabbau soll vor allem über das Freiwilligenprogramm geschehen, über das Beschäftigte mit Vorruhestand, Altersteilzeit und Abfindungen das Unternehmen verlassen können.

Im Gegenzug hat das Unternehmen den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen um zwei Jahre bis Mitte 2025 verlängert, wie das Unternehmen am Dienstag am Stammsitz in Rüsselsheim mitteilte. Das dortige Montagewerk soll mit zusätzlichen Varianten des Kompaktwagen Astra einschließlich eines Hybrid-Modells ab 2021 im Zweischichtbetrieb gesichert werden. Mit dem Betriebsrat sei eine entsprechende Eckpunktevereinbarung geschlossen worden, die in einem Tarifvertrag abgesichert werden soll.

Nach Informationen des Gesamtbetriebsrats hat sich das Unternehmen jedoch weitere Optionen zum Stellenabbau gesichert. In zwei Stufen könnten in den Jahren 2022 und 2023 noch einmal jeweils 1000 weitere Jobs gestrichen werden. Ausdrücklich wurden die Transformation der Autoindustrie und die geplante Fusion mit Fiat-Chrysler als mögliche Gründe für einen weiteren Abbau genannt. Der Kündigungsschutz für die verbleibende Belegschaft würde dann nochmals verlängert - bei voller Ausnutzung des Programms bis Mitte 2029.

Ein Gewinn bedeutet keine Sicherheit für die Mitarbeiter

Die Peugeot-Mutter PSA hatte Opel im Jahr 2017 übernommen und trimmt den Traditionshersteller mit Stammsitz in Rüsselsheim seither auf Effizienz. In den deutschen Opel-Werken haben mittlerweile fast 7000 Beschäftigte Verträge zu Altersteilzeit, Vorruhestand oder Abfindungen unterzeichnet. Tausende Stellen wurden gestrichen, um Kosten zu senken, andere Jobs wurden ausgelagert , etwa durch den Teilverkauf des Entwicklungszentrums.

All das führte dazu, dass Opel 2018, dem ersten vollen Jahr der Zugehörigkeit zu PSA, trotz sinkenden Marktanteils erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder einen Gewinn erzielt hat: 859 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2019 stieg der Betriebsgewinn der deutschen Marke dann sogar auf etwa 700 Millionen Euro. Sicherheit für die Mitarbeiter bedeutete dies damals wie heute jedoch nicht unbedingt, wie nun einmal mehr klar wird: Die Lage auf den Automärkten ist nach wie vor schwierig, und PSA hat zuletzt vor allem auf dem größten Einzelmarkt China massive Rückgänge eingefahren.

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