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Opel:Lopez und die bösen Folgen

Gute Technik, schwaches Image: Worunter Opel und andere Marken von General Motors leiden.

Die Schuld an den Problemen von General Motors (GM) in Europa haben sicher nicht die heutigen Technik-Verantwortlichen Carl-Peter Forster und Bob Lutz, sondern Louis Hughes und Bob Hendry.

Der gebürtige Spanier Jose Ignacio Lopez de Arriortua, der als Kostendrücker bei Opel und Volkswagen arbeitete.

(Foto: Foto: rtr)

Unter diesen beiden amerikanischen Managern, die die europäischen Konzernmarken Opel und Saab mehr verwalteten als führten und die lange Jahre ohne Gespür für die Kunden regierten, beschleunigte sich der Niedergang der europäischen GM-Töchter.

Vor zehn Jahren noch hatte Opel in Deutschland einen Marktanteil von 17 Prozent und eine ganze Reihe durchaus gelungener Autos. Mit Slogans wie "Opel der Zuverlässige" und "Nur Fliegen ist schöner" setzten die Rüsselsheimer auf eine Mischung von Vernunft und Emotion. Sie machten damit gute Gewinne.

Qualität wieder spürbar verbessert

Dann schickte Detroit den Finanzmann Hughes als Statthalter zu Opel. Damit verschwand die Emotion aus der Modellpalette, die Vernunft begann und das Desaster folgte.

Für neue Modelle wurden die Mittel dramatisch zusammengestrichen, gleichzeitig quetschte der als Kostenkiller bald zu Berühmtheit gelangte Spanier José Ignacio Lopez als Verantwortlicher für den Einkauf die Zulieferer aus wie nie zuvor.

Bald standen die Opel-Fahrzeuge im bösen Ruf, häufig ihren Dienst aufzukündigen. Rostschäden häuften sich bei den alten Astra-und Omega-Modellen und folgerichtig stürzten die Modelle in den Pannen- und Mängelranglisten von ADAC und TÜV ab.

Ist aber der Ruf erst ruiniert, sind enttäuschte Kunden von einst kaum zurückzuholen. Das musste nicht zuletzt der 2001 an die Opel-Spitze gerückte Carl-Peter Forster erkennen, der seit diesem Juni das Europa-Geschäft von GM von Zürich aus verantwortet.

Zwar wird die neu ausgerichtete Palette der Vectra Modelle oder des schnittig gezeichneten Volumenmodells Astra in der Fachpresse hoch gelobt. Doch noch immer leidet Opel unter dem Imageverlust der jüngeren Vergangenheit.

Auch wenn die Qualität der Autos längst durch aufwändige Maßnahmen spürbar verbessert wurde, wie die meinungsbildenden TÜV- und ADAC-Statistiken bestätigen, fällt der Absatz. Opel hat allein in diesem Jahr auf dem deutschen Markt knapp zehn Prozent verloren. Der Marktanteil ist hier inzwischen bei nur noch 9,4 Prozent angelangt.

Die Preise stehen unter Druck. Nicht einmal neue Modelle ließen sich zum Listenpreis verkaufen. Der neue Astra, der Anfang dieses Jahres auf den Markt kam, wurde vom ersten Tag an mit einem so genannten Frühbucher-Rabatt in den Markt gedrückt.

Und es ging weiter. Die Preise für Sonderausstattungen und Ausstattungspakete senkte Rüsselsheim vor wenigen Tagen um bis zu 4000 Euro - für fast die gesamte Modellpalette und noch bis zum Jahresende, heißt es - vorerst.

Noch immer leiden die europäischen Marken unter transatlantischer Verständnislosigkeit im Konzern und der absoluten Verschiedenheit der Märkte.