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Opec und Partnerstaaten:Ölförderländer einigen sich auf geringere Fördermenge

Opec und Partner wollen deutlich weniger Erdöl fördern

Prinz Abdulaziz bin Salman Al Saud, Energieminister von Saudi-Arabien, führt in seinem Büro den Vorsitz bei einem virtuellen Gipfel der Gruppe der 20 Energieminister.

(Foto: dpa)
  • Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) und andere Ölförderländer haben sich auf eine beispiellose Kürzung ihrer Fördermengen geeinigt.
  • Die tägliche Menge soll vom 1. Mai an um 9,7 Millionen Barrel reduziert werden.
  • Der Widerstand Mexikos hatte den drastischen Einschnitt bei der Öl-Förderung durch die Opec+ gefährdet; nun kam es in einer Sondersitzung doch noch zu einer Einigung.

Der Weg für eine historisch einmalige Drosselung der Ölproduktion durch das Ölkartell Opec und seine Partner ist frei. Bei einer Sondersitzung per Video am Sonntagabend einigten sich die beteiligten Ölförderländer auf eine Kürzung um 9,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag für die Monate Mai und Juni, wie die mexikanische Energieministerin Rocio Nahle auf Twitter schrieb.

Auch das kasachische Energieministerium bestätigte russischen Agenturen zufolge die Einigung. Mit der Kürzung will die Opec+ den gerade durch die Corona-Krise rasant gefallenen Ölpreis wieder stabilisieren. Es wird erwartet, dass auch andere Staaten wie Kanada und die USA ihre Produktion kürzen.

Die Menge liegt um 300 000 Barrel am Tag unter dem ursprünglichen, am Freitag beschlossenen Ziel. Mexiko hatte sich bis zuletzt geweigert, die geforderten 400 000 Barrel beizusteuern und blieb bei seinem Angebot, 100 000 Barrel aus der Produktion zu nehmen. Das iranische Ölministerium teilte über Twitter mit, die Kürzung solle für Mai und Juni gelten. Die sogenannten Opec+-Staaten hätten zugestimmt, dass Mexiko seine Fördermenge nur für diese beiden Monate um 100 000 Barrel kürze. Dies war der Knackpunkt in den Verhandlungen.

Die Einigung betrifft etwa ein Zehntel der weltweiten Förderung und soll den Ölmarkt stabilisieren. Die weltweite Konjunkturabkühlung wegen der Corona-Pandemie hat die Ölnachfrage einbrechen lassen. Ob die Entscheidung den Benzinpreis an den Tankstellen wieder steigen lässt, ist noch nicht klar. Russland und der Opec war es Anfang März zudem nicht gelungen, sich auf Förderverringerungen zu einigen. Saudi-Arabien war darüber so verärgert, dass es ankündigte, seine Produktion auszuweiten und den Preis zu senken. Die Ölpreise auf den Weltmärkten stürzten ab.

© SZ.de/ap/jsa
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