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Online statt Innenstadt:Weihnachten fällt nicht aus

Verlorener Brief, kaputtes Paket - Wer für Beschädigungen haftet

Die packen’s: Der Handelsverband geht von einem unveränderten Umsatz mit Geschenken aus – und von viel mehr Paketen.

(Foto: Rainer Jensen/dpa)

Geschenke kaufen die Menschen weiter, schätzt der Handel.

Gemischte Nachrichten für das Konsumklima in Deutschland: Die Arbeitsagenturen in Deutschland sehen etwas bessere Aussichten für den Arbeitsmarkt. Das kann dem Konsumklima helfen - auch wenn in der Corona-Pandemie die Sparquote enorm angestiegen ist, die Menschen ihr Gehalt also häufig auf dem Konto liegenlassen und nicht ausgeben. Der Lockdown light habe die Kauflaune der Menschen dagegen "spürbar gedämpft", sagte Marktforscher Rolf Bürkl von der Gesellschaft für Konsumforschung. Der Handelsverband Deutschland (HDE) passte seine Prognose für das Weihnachtsgeschäft an, das mehr Umsatz im Netz verspricht und zugleich dem Innenstadthandel Einbußen bescheren dürfte.

Insgesamt würden die Geschenkekäufe für Weihnachten dabei auch in diesem Jahr in unverändertem Umfang getätigt. Zwar geht der Verband nach wie vor von einem Gesamtumsatz im Handel von 104 Milliarden Euro für November und Dezember aus, es verschieben sich demnach aber viele Einkäufe in den Online-Handel. "Die Verbraucher werden auch in Coronazeiten zu Weihnachten Geschenke kaufen. Unter den Bedingungen des Teil-Lockdowns erledigen sie ihre Einkäufe in vielen Branchen aber voraussichtlich oft lieber online", so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Die Situation am Arbeitsmarkt misst das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) über das sogenannte Arbeitsmarktbarometer. Es stieg im November um 0,4 Punkte auf 100,5 Punkte. Allerdings sei die Befragung der Arbeitsagenturen schon abgeschlossen worden, bevor die Verlängerung des Lockdowns im Dezember absehbar war, sagte IAB-Forschungschef Enzo Weber. Aber "die Beschäftigung wird im zweiten Lockdown nicht noch einmal einbrechen", sagte Weber. Grund seien die Stützungsmaßnahmen für die Betriebe und ihre Erfahrungen mit der Krise. "Die Perspektive auf einen Impfstoff macht die Unternehmen zuversichtlicher. Das verstärkt noch einmal ihre Bereitschaft, die Beschäftigten zu halten."

Dennoch belaste nicht nur die zweite Corona-Welle die Erholung, auch die beschleunigte Transformation der Wirtschaft stelle große Herausforderungen dar. "Entsprechend liegt die Beschäftigungskomponente immer noch unter der neutralen Marke von 100 Punkten", nämlich bei 99. Relativ günstige Aussichten zeige das Barometer für die erwartete Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Diese Komponente hielt sich auf dem Vormonatsstand von 102,1 Punkten. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer beruht auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit unter allen lokalen Arbeitsagenturen nach der Entwicklung der Beschäftigung und der Arbeitslosenzahlen in den nächsten drei Monaten.

© SZ vom 27.11.2020 / dpa/Reuters
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