Etwa zwei Drittel der Deutschen, die Ziel eines Betrugsversuchs wurden, haben dabei Geld verloren, wie eine neue Studie des Elektronikgerät-Versicherers SquareTrade zeigt. Dabei wurden 3000 Betroffene befragt.
Im europäischen Vergleich haben Deutsche laut der Studie die höchsten Schäden durch Online-Betrug. Gleichzeitig sei die Aufklärungsquote die niedrigste aller untersuchten Märkte. „Betrugsmaschen sind heute ausgefeilter und schwerer zu erkennen als je zuvor“, sagte Alex Wood, Kampagnenberater von SquareTrade. „Kriminelle haben gelernt, alltägliches digitales Verhalten als Waffe zu nutzen.“
Im Schnitt belief sich der Schaden der Betroffenen auf 657 Euro. In rund einem Drittel der Fälle kontaktierten die Kriminellen ihre Opfer über Social Media und Messenger-Dienste. 15 Prozent liefen über E-Mail und zwölf Prozent über Online-Marktplätze wie eBay oder Vinted. Dabei kommt immer häufiger künstliche Intelligenz zum Einsatz. Zwölf Prozent der Betroffenen erhielten KI-generierte Anrufe einer bekannten Person. Bei fast genauso vielen wurde die eigene Stimme oder das Gesicht für Betrugsversuche imitiert.
Als besonderes Risiko gilt der Diebstahl oder Verlust des Smartphones. Für fast die Hälfte derjenigen, deren Online-Konten gehackt wurden, war dies der Ausgangspunkt. Ähnlich viele junge Erwachsene wurden zudem gebeten, das eigene Bankkonto für Geldtransfers zur Verfügung zu stellen. 8,5 Prozent der Angesprochenen hätten diesem strafbaren, sogenannten „Money Muling“ zugestimmt. Dies sei der höchste Wert in Europa. Weitere 16 Prozent hätten dies ernsthaft in Erwägung gezogen.
