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Online-Banking:IT-Panne verunsichert Targobank-Kunden

Marktwächter: Dispozinsen für Verbraucher oft intransparent

Viele Targobank-Kunden rutschten wegen einer Computerpanne plötzlich in den Dispo.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Viele Online-Banking-Nutzer sahen wegen eines Computerfehlers falsche Kontostände oder rutschten sogar in den Dispokredit. Wie viele der vier Millionen Kunden betroffen sind, ist unklar.

Von Jan Schmidbauer

Eine Daten-Panne hat am Mittwoch Kunden der Targobank getroffen. In sozialen Netzwerken berichteten sie reihenweise von fehlerhaften Kontoständen. Betroffene gaben an, dass sie nicht über ihr Guthaben verfügen konnten und teilweise fälschlicherweise ins Dispo rutschten.

Die Bank bestätigte die Panne auf Anfrage. "Grund für den Fehler ist ein Datenübertragungsfehler, der sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch heute ergeben hat", teilte ein Targobank-Sprecher mit. Der Fehler mache sich zum Monatswechsel besonders bemerkbar, weil dann viele Ein- und Auszahlungen über die Konten liefen.

Das Problem betraf sowohl Onlinebanking-, als auch Filialkunden. In der Mehrzahl der Fälle handelte es sich der Bank zufolge nur um ein Anzeigeproblem. In einzelnen Fällen seien Beträge aber auch falsch gebucht worden. "Wir versuchen mit Hochdruck, den Fehler zu beheben", teilte die Targobank mit. Das sollte in der Nacht zu Donnerstag geschehen. Inzwischen sei ein Großteil der Fehler auch korrigiert. Eventuelle finanzielle Schäden, beispielsweise durch Dispokosten, erstatte die Bank zurück. Wie viele Kunden von der Panne betroffen waren, konnte das Institut nicht sagen. Die Targobank, die zur französischen Genossenschaftsbank Crédit Mutuel gehört, hat nach eigenen Angaben etwa vier Millionen Kunden in Deutschland.

Sie ist nicht die erste Bank, die in diesem Jahr ihre Kunden mit IT-Problemen verunsichert. Zuletzt häuften sich solche Vorfälle bei Banken. Besonders schwerwiegend war eine Panne, die im Juli die Kunden der Commerzbank-Direktbanktochter Comdirect traf: Dort konnten die Nutzer zeitweise die Konten von anderen Kunden einsehen. Auslöser dafür war ein fehlerhaftes Software-Update. Auch die Kunden der Deutschen Bank waren Mitte des Jahres von einem großen Software-Fehler betroffen. Im Onlinebanking wurden zum Monatswechsel fällige Beträge - etwa für Miete, Versicherungen oder Strom - doppelt abgebucht.

Viele Experten sehen hinter den Pannen ein Muster: In den vergangenen Jahren vernachlässigten viele Banken Investitionen in ihre Infrastruktur. Soft- und Hardware sind teilweise veraltet und produzieren Fehler. Dass die Banken bei ihrer IT-Ausstattung sparten, rächt sich nun durch deutlich mehr Pannen.

© SZ.de/mahu
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