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OHB:Klage gegen Galileo-Vergabe

Von Dieter Sürig, München

Die endlose Geschichte des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo bekommt ein neues Kapitel. Knapp zwei Wochen nach der Vergabe der ersten zwölf Satelliten der neuen Galileo-Generation an Airbus und Thales-Alenia Space hat das EU-Gericht in Luxemburg die Unterzeichnung der Verträge ausgesetzt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Grund sei eine Klage der unterlegenen Bremer Raumfahrtfirma OHB. Ein Gerichtssprecher bestätigte der SZ, dass die OHB-Klage am vergangenen Freitag eingegangen sei. OHB habe einen Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz gestellt. Das börsennotierte Unternehmen hat bislang fast alle Galileo-Satelliten gebaut. Ein OHB-Sprecher bestätigte der SZ die Klage, konnte aber keine Details nennen. "Wir sind schon hart getroffen, da haben wir eine große Schlappe erlitten", hatte OHB-Chef Marco Fuchs im Januar gesagt. Das Angebot der Bremer war von der Esa als "gut bis sehr gut" eingestuft worden, was die Technologie betrifft. Doch soll die Preisvorstellung der Mitbewerber deutlich günstiger gewesen sein, wie es heißt. Bei der Raumfahrtagentur Esa in Paris gab man sich am Mittwochabend völlig überrascht und nahm keine Stellung dazu. Auch die Europäische Kommission äußerte sich nicht.

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