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Banken und Anwälte:Die Banken: unerlässliche Partner

Wenn sich jemand mit Kapitalismus auskennt, dann sind es die Banken. Ohne sie würde sich das Räderwerk der internationalen Steueroasen-Industrie keinen Millimeter weit drehen. Vor allem die Großbanken sind es, die mit ihrem globalen Netz an Konten die Offshore-Welt erst funktionstüchtig machen, sie helfen dabei, das Geld - auch Schwarzgeld - über die Ländergrenzen hinweg zu verteilen. Und sie lassen sich nicht lange bitten: Ob die US-Bank JP Morgan, die Deutsche Bank oder die Schweizer UBS - praktisch alle großen Geldhäuser waren Geschäftspartner von PTN und CTL. Schon die Zahlungsabwicklung der Großbanken mit Steueroasen ist wegen des Geldwäscheproblems umstritten, und da steht die Deutsche Bank automatisch im Fokus: Kaum eine Bank der Welt wickelt so viele Zahlungsaufträge ab wie sie. Eine Gratwanderung.

Auf der einen Seite bringt jeder Kunde Geld, auf der anderen Seite dürfen die Banken die Grauzone nicht nachweisbar verlassen. Die Strafen bei Geldwäsche können, vor allem in den USA, drastisch ausfallen, von hohen Bußgeldern bis zum Geschäftsverbot in den Vereinigten Staaten. Für ein globales Institut bedeutet das die Pleite.

Entsprechend wehrt die Deutsche Bank Nachfragen zu dem Thema ab. "Die Deutsche Bank hat umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um zu verhindern, dass die Produkte und Dienstleistungen der Bank zu Zwecken der Geldwäsche missbraucht werden können", sagt ein Sprecher.

Die Offshore-Geschäfte der Deutschen Bank

Auf ihrer Website dboffshore.com wirbt die Bank etwas freundlicher für Offshore-Dienste. Dort heißt es, Mauritius, eine Steueroase, böte "eine steuer-neutrale Umgebung". Die Geschäfte auf der Insel laufen gut: Die Mitarbeiterzahl im örtlichen Büro stieg dem Konzern zufolge in den letzten Jahren von fünf auf mehr als 200.

Die Daten zeigen nun: Die Deutsche Bank gründete über ihre Filiale in Singapur bis ins Jahr 2010 309 Briefkastenfirmen und Trusts. In wessen Auftrag diese Vehikel mit Namen wie Roseburn oder White River Holdings Group Ltd. aufgesetzt wurden und was der Geschäftszweck ist, will die Bank nicht sagen.

Zwar ist das Ausmaß der Geschäfte der Deutschen Bank geringer als beispielsweise das der UBS, die laut den Datenbeständen des Offshore-Leaks in mehr als 2900 Gesellschaften involviert ist. Aber auch die Deutsche Bank betrieb Offshore-Service für wohlhabende Privatkunden, das geht aus den Unterlagen hervor. Ein Mitarbeiter der Deutschen Bank-Filiale Singapur half beispielsweise einem Kunden, auf kurzem Dienstweg, dessen Yacht in seine Offshore-Firma zu packen. Der Vermögensverwalter der Deutschen Bank kannte die Mitarbeiter von Portcullis Trustnet: Er hatte bei ihnen bereits Firmen bestellt.

Die Erkenntnis, dass die Deutsche Bank Offshore betreibt, ist so neu nicht. Schon 2009 waren rund 500 Tochtergesellschaften in Steueroasen bekannt. Aber die Regierung hat seither wenig unternommen, um die Geschäfte zu stoppen - die sie in anderen Ländern geißelt. Der finanzpolitische Sprecher der Grünen, Gerhard Schick, kritisiert beides: die Bundesregierung wie auch das Geschäftsmodell von Instituten wie der Deutschen Bank. Die Banken könnten zur Verschleierung von Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Korruptionsgelder beitragen, sagt er dem NDR und der SZ, und die schwarz-gelbe Koalition versuche, "diese illegalen Strukturen zumindest zu tolerieren oder auch zu schützen".