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Börsen:Öl-Preis entspannt sich nach US-Verzicht auf militärischen Gegenschlag

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An der Zapfsäule wird man wahrscheinlich weder den sprunghaften Anstieg noch das Fallen des Ölpreises bemerken.

(Foto: Florian Peljak)

Der iranische Raketenangriff belastet die Finanz- und Rohstoffmärkte offenbar nur kurz. Anfangs reagierten die Börsen zwar stark, doch es kehrt schnell wieder Ruhe ein

Der iranische Vergeltungsangriff auf US-Ziele im Irak hat die Kurse an den Aktien- und Rohstoffbörsen nur kurzzeitig belastet. Unmittelbar nach der Attacke stieg der Ölpreis sprunghaft auf ein Vier-Monats-Hoch. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich zum Beispiel um 5,1 Prozent auf 71,75 Dollar je Barrel (159 Liter). Nach Trumps öffentlicher Pressekonferenz und der Ankündigung, dass die USA auf militärische Schritte verzichten wollen, sank der Preis je Barrel wieder auf 65,85 Dollar.

Vor dem Hintergrund der Spannungen in Nahost kaufen viele Investoren das als wertstabil geltende Gold. Doch die "Antikrisen-Währung" konnte ihre anfängliche Gewinne nicht halten. Das Edelmetall markierte mit 1610,90 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zunächst ein Sieben-Jahres-Hoch. Zum Abend fiel der Preis nur noch auf 1556,20 Dollar.

Als Reaktion für die gezielte Tötung eines hochrangigen Generals vergangene Woche hat der Iran die von den USA angeführte internationale Truppen im Irak mit Raketen beschossen. US-Präsident Donald Trump kündigte kurz vor Börsenschluss in Europa in seiner mit Spannung erwarteten Reaktion zwar scharfe Sanktionen gegen den Iran an, aber keine militärische Vergeltung. Man habe zwar ein großartiges Militär, wolle es aber nicht einsetzen, sagte Trump. Er fügte hinzu, die USA seien bereit zum Frieden, mit jedem, der das wolle.

Die Märkte gingen davon aus, dass die Sache damit erledigt sei, sagte Ulas Akincilar, Chef-Händler des Online-Brokers Infinox. Die Kriegsgefahr sei zwar nicht gebannt, die rasche Kurserholung deute aber darauf hin, dass der allgemeine Optimismus der Anleger ungebrochen sei. Sie sähen Rücksetzer vor allem als Chance zum Einstieg. Ähnlich weißt auch Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank darauf hin, dass sich US-Präsident Donald Trump in der Vergangenheit mit Maßnahmen gegen den Iran zurückgehalten habe, wenn bei Anschlägen keine US-Bürger getötet worden seien. "Das lässt ein wenig hoffen, dass der Konflikt in der Region Naher Osten nicht vollständig eskaliert."

© SZ.de/reuters/dpa/mxh
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