Ölpest vor BrasilienChevron droht die Verbannung

Der US-Konzern Chevron und das Bohrunternehmen Transocean sollen elf Milliarden Euro für das Ölleck vor Rio zahlen. Doch damit nicht genug: Die brasilianische Staatsanwaltschaft will Chevron jegliche Arbeit im Land untersagen.

Chevron soll büßen: Tausende Barrel Öl aus einem undichten Bohrloch verschmutzen das Meer vor Rio de Janeiro. Jetzt will die Staatsanwaltschaft in Brasilien den US-Ölkonzern und das Schweizer Bohrunternehmen Transocean auf etwa elf Milliarden Dollar verklagen. Zugleich will sie Chevron praktisch aus dem Land werfen: Die Aktivitäten beider Firmen sollen nach dem Willen der Ermittler in ganz Brasilien suspendiert werden.

Mehrere hunderttausend Liter Öl verschmutzen das Meer vor dem brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Jetzt will die Staatsanwaltschaft den Konzern Chevron hart für das Ölleck bestrafen.
Mehrere hunderttausend Liter Öl verschmutzen das Meer vor dem brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro. Jetzt will die Staatsanwaltschaft den Konzern Chevron hart für das Ölleck bestrafen. (Foto: Reuters)

Sowohl Chevron als auch Transocean seien nicht in der Lage gewesen, die durch das Ölleck entstandenen Schäden zu kontrollieren, heißt es in der Klage. Dies zeuge von schlechter Planung und einem fehlenden Umweltmanagement bei den Unternehmen.

Die zuständigen Richter forderte die Staatsanwaltschaft zu schnellen Entscheidungen über die Anträge auf. Im November hatten die Behörden Chevron bereits gezwungen, alle Bohrungen im Land vorläufig zu stoppen. Chevron hat die Verantwortung für den Vorfall übernommen und ist von den Behörden bereits zu einer Strafzahlung von 28 Millionen Dollar verpflichtet worden.

Der Austritt des Öls war am 9. November entdeckt worden. Das betroffene Bohrloch von Chevron befindet sich nahe dem Ölfeld Campo Frade rund 370 Kilometer vor der brasilianischen Küste. In der Nähe liegen Routen von Walen und Delphinen.

Nach Chevron-Angaben entwichen im November durch das Bohrloch 2400 Barrel Öl in den Ozean. Die Regierung schätzt die Menge auf etwa 5000 Barrel.

© sueddeutsche.de/Reuters/AFP/jab - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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