Ölkonzern Shell stoppt Ölbohrungen vor Alaska

Eine Bohrinsel des Shell-Konzerns.

(Foto: AP)
  • Der Mineralölkonzern Shell gibt seine Förderpläne vor der Nordwestküste Alaskas auf.
  • Es lohne sich wirtschaftlich nicht, die Öl- und Gasvorräte in diesem Teil der Arktis zu fördern.
  • Die Ölbohrungen waren von Umweltschützern scharf kritisiert worden, weil sie negative Folgen für die Tierwelt in der Arktis fürchten.

Warum Shell das Projekt stoppt

Der britisch-niederländische Ölkonzern Shell stoppt seine umstrittenen Erkundungen vor der Küste Alaskas. Die bisherigen Funde von Öl und Gas reichten dort für weitere Bohrungen nicht aus, teilte das Unternehmen in London mit. "Die Quelle wird versiegelt und verlassen." Weitere Bohrungen seien dort in "absehbarer Zukunft" nicht geplant.

Das untersuchte Gebiet liegt knapp 130 Kilometer vor der Küste des nördlichsten US-Staates. Shell hält es jedoch für möglich, dass in anderen Teilen des flachen Meeresgebietes ergiebigere Vorräte lagern.

Der Stopp bringt finanzielle Belastungen in Milliardenhöhe mit sich, wie das Unternehmen in London mitteilte. Zudem sei nicht klar, welche Umweltschutzbestimmungen demnächst erlassen würden. Shell bezifferte die finanziellen Belastungen für den Stopp auf etwa drei Milliarden US-Dollar. Zusätzliche 1,1 Milliarden Dollar dürften für zukünftige Vertragsverpflichtungen anfallen. Weitere Details will das Unternehmen bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal geben.

Greenpeace ist "vorsichtig froh"

Die Ölbohrungen waren von Umweltschützern scharf kritisiert worden, weil sie negative Folgen für die Tierwelt in der Arktis fürchten. "Wir sind vorsichtig froh", sagte eine Greenpeace-Sprecherin in Amsterdam nach Bekanntwerden der Entscheidung. "Wenn dieser Beschluss endgültig ist, dann haben wir gesiegt."Erst am Samstag hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace in mehr als 40 deutschen Städten gegen die Ölbohrungen von Shell in der Arktis protestiert.

Ungeachtet der Proteste erlaubte US-Präsident Barack Obama Shell im Mai aber unter Auflagen Öl- und Gasbohrungen vor Alaska. Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton sprach sich Mitte August allerdings dagegen aus. Sie nannte die Arktis einen "einzigartigen Schatz", das Risiko der Bohrungen sei zu groß.