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Ölkonzern:Gewinn von Shell bricht um 40 Prozent ein

"Das war nicht das, was ich von Shell erwartet habe": Sogar der neue Chef des Ölkonzerns ist vom dramatischen Gewinneinbruch überrascht.

Der Ölkonzern Shell hat im vergangenen Jahr fast 40 Prozent weniger Gewinn gemacht als 2012, teiilte das britisch-niederländische Unternehmen am Freitag mit - zwei Wochen vor dem eigentlichen Termin. Der Gewinn sank demnach von 26,7 Milliarden Dollar im Jahr 2012 auf 16,4 Milliarden Dollar (etwa zwölf Milliarden Euro) im Jahr 2013.

Besonders heftig war der Einbruch im vierten Quartal 2013: Der Gewinn ging um 73 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zurück. "Das war nicht das, was ich von Shell erwartet habe", sagte Konzernchef Ben van Beurden, der sein Amt erst am 1. Januar angetreten hatte.

Als Gründe nannte das Unternehmen hohe Förderkosten und die ständigen Unterbrechungen der Ölförderung in Nigeria. Dort kommen oft Öllecks vor - nach Angaben von Shell wegen Diebstahl, Amnesty International zufolge auch wegen der verrotteten Infrastruktur.

Europäischen Ölkonzernen setzt besonders die Entwicklung in den USA zu. Die Amerikaner importieren weniger Benzin, weil sie die Förderung von Schiefer-Öl und -Gas vorangetrieben haben. Das drückt den Ölpreis.

Milliardenschwerer Neubau

Analysten machten die hohen Investitionen des Konzerns mitverantwortlich für den Gewinneinbruch. Shell habe auf Feldern investiert, die nicht gerade gut liefen, sagt Rebecca O'Keeffe vom Online-Händler Interactive Investor. Der neue Chef könne aber "tiefgreifende Änderungen" angehen. Der Ölmarkt sei sehr stabil, Shell könne die Umkehr schaffen.

Der Ölkonzern hatte 2013 insgesamt 45 Milliarden Dollar investiert. Der ehemalige Shell-Chef Peter Voser kündigte aber im Oktober an, die Investitionen würden 2014 zurückgefahren. Im Dezember etwa strich Shell den Neubau einer 20-Milliarden-Dollar-Anlage im US-Bundesstaat Louisiana, wo Öl zu Kraftstoff für Dieselmotoren umgewandelt werden sollte. Der Financial Times zufolge wird der Konzern auch einige Ölquellen in der Nordsee verkaufen. Der Kurs der Shell-Aktie in London brach am Morgen ein, erholte sich dann aber wieder.

© Süddeutsche.de/AFP/Reuters/sana/olkl
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