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OECD:Warnung vor "Steuerkrieg"

138 Staaten ringen derzeit um die Spielregeln für die Besteuerung internationaler Konzerne, unter Federführung der OECD. Der oberste Steuerexperte des Industriestaatenverbands, Pascal Saint-Amans, warnte vor einem Scheitern der Gespräche. "Dann kommt der Steuerkrieg", sagte der Experte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Weltordnung der Besteuerung "werde zusammenbrechen", so Saint-Amans. "Alle Länder werden auf eigene Faust handeln, und das wird gar nicht gut sein." Das Hauptproblem sei die Aufteilung der Gewinne und damit der Steuereinnahmen der Länder. Die OECD fordere, dass ein Land auch dann Steuern bekomme, wenn ein Unternehmen dort nicht physisch präsent ist. "Die Länder, in denen die Kunden sind, sollen ein größeres Stück vom Steuerkuchen abbekommen." Zudem sollten Schlupflöcher geschlossen und eine Art Mimimumsteuer eingeführt werden.

© SZ vom 27.01.2020 / SZ

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